Deutsch-französische Großkontrolle: 200 Beamte durchsuchen über 2100 Fahrzeuge – Scharfe Waffe sichergestellt

(Symbolbild)

Bei einer grenzüberschreitenden Großkontrolle haben deutsche und französische Polizeikräfte am Donnerstag, 21. Mai 2026, über 2100 Fahrzeuge und mehr als 2750 Personen überprüft. Rund 200 deutsche Beamte des Polizeipräsidiums Offenburg arbeiteten dabei mit der französischen Gendarmerie Nationale und Police Nationale zusammen.

Die koordinierten Kontroll- und Fahndungsmaßnahmen fanden an rund einem Dutzend Kontrollstellen in der Grenzregion statt, unter anderem an der B3 in Rastatt, an der B3 in Lahr-Mietersheim, in der Schwarzwaldstraße sowie am Flughafen Karlsruhe-Baden-Baden. Deutsche Polizisten kontrollierten auf französischem Territorium und umgekehrt. Mobile Fahndungskräfte, sowohl offen als auch verdeckt, ergänzten die Aktion.

Schwerpunkt war die Bekämpfung grenzüberschreitender Kriminalität, insbesondere Eigentumsdelikte, Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, Schleusungsdelikte sowie die Fahndung nach gesuchten Personen. Besondere Aufmerksamkeit galt dabei Kokain-Delikten, da der Konsum dieser Droge durch hohe Verfügbarkeit und sinkende Preise in der Mitte der Gesellschaft angekommen sei.

Auf deutscher Seite kontrollierten die Beamten 770 Fahrzeuge, über 1000 Personen und 450 Dokumente. Dabei stellten sie neun Verstöße gegen das Waffengesetz fest – darunter die Sicherstellung einer scharfen Schusswaffe. Zusätzlich ahndeten sie zwölf ausländerrechtliche Verstöße und eine illegale Einreise, fünf zollrechtliche Vorgänge sowie acht Fälle von Fahren ohne Fahrerlaubnis oder fehlendem Versicherungsschutz. Je zwei Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz und das Prostituiertenschutzgesetz kamen hinzu. 36 verschiedene Ordnungswidrigkeiten, meist verkehrsrechtlicher Natur wie ungesicherte Kinderbeförderung oder mangelhafte Ladungssicherung, wurden geahndet.

An einer Kontrollstelle wurde eine per Haftbefehl gesuchte Person festgenommen, die nach Zahlung des ausstehenden Geldbetrags wieder freigelassen werden konnte. Im Bereich der Betäubungsmittelkriminalität leiteten die Beamten vier Ermittlungsverfahren wegen Besitzes diverser Drogen ein, ahndeten zehn Fahrten unter Drogeneinfluss und stellten einmal Handel mit Betäubungsmitteln fest. Sichergestellt wurden Heroin, Haschisch, Marihuana, mehrere Plomben Kokain und Ecstasy-Tabletten.

Die französischen Kollegen überprüften bei ihren Kontrollen rund 1400 Fahrzeuge und etwa 1750 Personen. Sie stellten mehrere verkehrsrechtliche Verstöße fest sowie drei Ermittlungsvorgänge wegen Besitzes von Betäubungsmitteln und drei Fahrten unter Alkohol- beziehungsweise Drogeneinfluss. Bei zwei Feststellungen von illegalem Aufenthalt kam eine Person in Polizeigewahrsam.

Am Flughafen Karlsruhe-Baden-Baden intensivierten Polizisten zusammen mit Zoll- und Bundespolizeikräften die Einreisekontrollen und legten dabei besonderen Fokus auf mögliche Rauschgiftverstöße. Die deutsch-französische Wasserschutzpolizei in Kehl nahm die internationale Transportroute des Schifffahrtsverkehrs auf dem Rhein unter die Lupe. Ein Polizeihubschrauber unterstützte die Bodenkräfte bei Aufklärungs-, Fahndungs- und Verfolgungsaufgaben.

Die Aktion unterstützte das Polizeipräsidium Einsatz. Beteiligt waren auch Beamte von Zoll und Bundespolizei. „In dieser Größenordnung haben wir noch keine Kontrollaktion gemeinsam durchgeführt“, erklärten Général Durandt von der Gendarmerie National GGD67, Contrôleur Général Hayet von der Police Nationale DIPN67 und Polizeipräsident Jürgen Rieger vom Polizeipräsidium Offenburg unisono. „Nach unseren Erfahrungen machen potenzielle Straftäter nicht an der Grenze halt.“

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