Drei Jugendliche im Alter von 14 und 15 Jahren haben am Sonntagabend mehrere Holzpfosten auf die Bahnstrecke bei Kirchheim (Neckar) geworfen. Die Gleise mussten daraufhin für über eine Stunde gesperrt werden.
Nach den bisherigen Ermittlungen hielten sich die Jugendlichen mit deutscher, albanischer und rumänischer Staatsangehörigkeit gegen 19:35 Uhr im Bereich der Weinberge auf einem Tunnel oberhalb der Bahnstrecke auf. Dort warfen sie die Pfosten in den Gleisbereich. Anschließend begaben sich die 14- und 15-Jährigen auf die Gleise und entfernten die hölzernen Pfosten wieder, bevor sie in den Tunnel liefen.
Alarmierte Beamte der Landespolizei kontrollierten die Jugendlichen nach einem kurzen Fluchtversuch und übergaben sie an ihre Erziehungsberechtigten. Die zuständige Bundespolizei hat Ermittlungen wegen des Verdachts des gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr eingeleitet.
Die Bundespolizei warnt eindringlich vor solchen Aktionen: Aufgelegte Hindernisse können einen Zug zur Entgleisung bringen. Durch umherfliegende Gegenstände gefährden die Täter nicht nur sich selbst massiv, sondern vor allem auch Zugpassagiere und wartende Reisende. Auch Aufenthalte im Gleisbereich sind lebensgefährlich, da sich Züge fast lautlos nähern und je nach Windrichtung oft erst sehr spät wahrgenommen werden können. Selbst bei einer sofort eingeleiteten Notbremsung kommen Züge erst nach mehreren hundert Metern zum Halt – bei 100 km/h beträgt der Bremsweg bis zu 1.000 Meter. Bahngleise dürfen nur an den hierfür bestimmten Stellen wie Über- oder Unterführungen überquert werden.