In München ist am Mittwochabend ein dreijähriger Junge aus dem vierten Stock eines Mehrfamilienhauses in Nymphenburg gestürzt und wenige Stunden später im Krankenhaus gestorben. Gleichzeitig führte die Polizei eine Großrazzia gegen eine 50-köpfige Bande durch, die einen Gastronomiebetrieb um möglicherweise sechsstellige Summen bestohlen haben soll.
Der schwere Unglücksfall ereignete sich am Mittwoch gegen 23.35 Uhr. Passanten fanden das schwer verletzte Kind auf dem Gehweg vor dem Mehrfamilienhaus und alarmierten den Notruf. Rettungskräfte begannen sofort mit der Wiederbelebung und brachten den Dreijährigen ins Krankenhaus, wo er an seinen Verletzungen starb. Die Polizei stellte fest, dass in der Wohnung im vierten Obergeschoss ein Fenster offenstand, aus dem das Kind wahrscheinlich gestürzt war. Da niemand auf das Klopfen reagierte, brachen die Beamten die Wohnungstür auf und fanden einen mehrere Monate alten Säugling in der Wohnung. Das Baby wurde Nachbarn übergeben, ein Kriseninterventionsteam kümmerte sich um die Eltern.
Bei einer großangelegten Razzia durchsuchten am Dienstagmorgen rund 130 Polizisten etwa 50 Wohnungen und andere Objekte in München und Umgebung. Im Mittelpunkt steht ein Münchner Restaurant, dessen Personal systematisch Bargeld von Gästen einbehalten und Lebensmittel gestohlen haben soll. Der Schaden könnte im sechsstelligen Bereich liegen. 44 Tatverdächtige wurden vorübergehend festgenommen und später wieder freigelassen, eine Person kam in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen richten sich gegen 45 Männer und fünf Frauen im Alter von 25 bis 69 Jahren mit überwiegend deutscher, vietnamesischer und kroatischer Staatsangehörigkeit.
Beim Champions-League-Spiel Bayern München gegen Paris Saint-Germain am Mittwochabend kam es zu mehreren Zwischenfällen. Ein 41-jähriger französischer Fan wurde am P+R-Parkplatz Fröttmaning von Unbekannten zu Boden gebracht, geschlagen und beraubt. Die Täter nahmen Fanutensilien mit und flohen. Außerdem musste eine U-Bahn mit etwa 1000 Paris-Fans wegen ausgelöster Brandmeldeanlage am U-Bahnhof Dietlindenstraße stoppen – vermutlich durch eine Zigarette verursacht. Ein 65-Jähriger aus dem Alb-Donau-Kreis wurde festgenommen, weil er einem Bayern-Fan das Ticket gestohlen hatte, und ein 20-jähriger Franzose wegen Pyrotechnik im Stadion.
In der Ludwigsvorstadt nahm die Polizei einen 38-jährigen Tschechen fest, der einen Kiosk am Hauptbahnhof bestohlen hatte. Videoaufnahmen zeigten, wie er am Dienstagmorgen die Kasse öffnete und Geldscheine entnahm. Fahnder erkannten ihn einen Tag später in der Nähe des Bahnhofs und nahmen ihn fest. In Sendling brachen Unbekannte in der Nacht zum Mittwoch über den Balkon in eine Wohnung ein und stahlen einen Möbeltresor, Bargeld und Schmuck im Wert von mehreren tausend Euro.
In der Altstadt kam es zu einem Zusammenstoß zwischen einem BMW-Fahrer und einem Tramfahrer in der Maximilianstraße. Der 54-jährige Autofahrer aus dem Landkreis Freising fuhr rechts an einer haltenden Straßenbahn vorbei, woraufhin der Tramfahrer ausstieg und sich vor das Auto stellte. Beide wurden angezeigt – der Autofahrer wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und versuchter Körperverletzung, der Tramfahrer wegen Nötigung.