Lautertal/Wartenberg/Herbstein – Gleich drei Fälle beschäftigen die Polizei im Vogelsbergkreis nach dem Wochenende: In Lautertal-Eichenrod brachen Unbekannte in ein Wohnhaus ein, in Wartenberg-Angersbach wurde ein geparkter Transporter beschädigt, und eine Frau aus Herbstein verlor durch eine Betrugsmasche im Internet mehr als 18.000 Euro.
Der Einbruch in der Bergstraße im Stadtteil Eichenrod ereignete sich am Montag, 27. April, zwischen 15 und 17 Uhr. Unbekannte betraten das Wohnhaus, durchsuchten die Räume nach Wertgegenständen und entnahmen aus einer Geldbörse Bargeld. Darüber hinaus nahmen sie aus dem Kühlschrank eine Blase Schwartenwurst sowie einen halben Kugelhupf mit. Anschließend verließen die Einbrecher das Haus durch die Vordertür.
In der Bahnhofstraße in Angersbach beschädigten Unbekannte einen abgestellten orangefarbenen Ford Transit. Im Zeitraum von Freitag, 24. April, 14 Uhr, bis Montag, 27. April, 12.30 Uhr, entstanden vermutlich durch Treten oder Drücken mehrere Dellen an der Kofferraumklappe. Der Sachschaden beläuft sich auf etwa 2.500 Euro.
Der schwerwiegendste Fall betrifft eine Frau aus Herbstein, die zwischen Freitag und Montag auf einen sogenannten Task-Scam hereinfiel und dabei mehr als 18.000 Euro verlor. Sie nahm über einen Kurznachrichtendienst ein Angebot zur Heimarbeit an und sollte auf Internetseiten positives Feedback hinterlassen. Für jede Bewertung musste sie zunächst einen Betrag einzahlen und erhielt anschließend einen nur minimal höheren Betrag zurück. Die Beträge begannen im niedrigen zweistelligen Bereich und steigerten sich schnell in vierstellige Summen. Schließlich wurde ihr vorgegaukelt, sie habe Fehler bei der Bewertung gemacht, weshalb sie die eingezahlten Gelder nicht mehr zurückerhalten könne. Der Gesamtschaden der vorgestreckten Beträge beläuft sich auf über 18.000 Euro.
Die Polizei warnt vor der Vielfalt solcher Betrugsmaschen und erklärt die typische Vorgehensweise: Betrüger locken mit Angeboten für einfache Heimarbeit mit hohen Provisionen – etwa für das Liken oder Bewerten von Produkten oder das Ansehen von Videos. Anschließend werden die Opfer aufgefordert, Geld vorzustrecken, um an das angeblich verdiente Geld oder größere Aufträge zu gelangen. Die versprochene Provision wird am Ende nicht ausgezahlt.
Die Polizei gibt folgende Präventionstipps: Gruppen-Einladungen in Messenger-Diensten sollten deaktiviert werden, damit Unbekannte niemanden ungefragt zu Gruppen hinzufügen können. Wird man dennoch hinzugefügt, sollte man den Administrator melden, die Nummer sperren und die Gruppe sofort verlassen. Jobs per Messenger- oder Kurznachrichtendienst sowie per SMS sollte man grundsätzlich nicht annehmen und sich nicht von lukrativen Angeboten mit scheinbar einfachen Aufgaben blenden lassen. Niemals sollte man in Vorkasse gehen, um Geld zu verdienen. Vorsicht ist außerdem bei der Nutzung von Kryptowährungs-Apps im Zusammenhang mit solchen Tätigkeiten geboten, etwa für angebliche Gehaltszahlungen. Gruppen, in denen entsprechende Jobangebote gemacht werden, sollte man verlassen. Persönliche und sensible Daten dürfen nicht an Unbekannte übermittelt werden, da dies zu Identitätsdiebstahl führen kann. Das eigene Konto sollte keinesfalls für Überweisungen zur Verfügung gestellt werden, da man sich damit der Geldwäsche strafbar machen könnte.
Hinweise zu allen drei Fällen nimmt die Polizeistation Lauterbach unter der Telefonnummer 06641/971-0 entgegen, alternativ jede andere Polizeidienststelle oder die Onlinewache unter www.polizei.hessen.de.