Falscher Rohrreiniger betrügt 84-Jährigen in Radolfzell um mehrere hundert Euro

(Symbolbild)

In Radolfzell hat ein falscher Rohrreiniger einen 84-jährigen Senior um mehrere hundert Euro betrogen. Der Mann gab sich als Mitarbeiter einer örtlichen Firma aus und kassierte vorab, ohne die vereinbarte Leistung zu erbringen.

Der Senior hatte am Samstag aufgrund einer Verstopfung seines Toiletten-Abflusses im Internet nach einem Notdienst gesucht. Dort bot sich ein Unbekannter unter dem Namen einer ortsansässigen Firma an und gab vor, Mitarbeiter zu sein und den Notdienst zu übernehmen. Wenig später erschien der Betrüger mit entsprechendem Equipment an der Wohnadresse des 84-Jährigen.

Vor Beginn der Arbeiten forderte der falsche Handwerker die Bezahlung von mehreren hundert Euro per EC-Cash-Gerät. Anschließend gab er vor, die Verstopfung der Toilette bereinigt zu haben und verließ die Wohnung. Aufgrund unsachgemäßer Ausführung war der Abfluss jedoch bereits zwei Tage später wieder verstopft.

Als der Senior daraufhin die angebliche Arbeitgeberfirma des Unbekannten kontaktierte, stellte sich heraus, dass die betreffende Firma weder Notdienste anbietet noch entsprechende Arbeiten ausführt.

Der Betrüger wird wie folgt beschrieben: etwa 45 bis 50 Jahre alt, ungefähr 180 Zentimeter groß, schlanke Statur, dunkelblondes Haar. Er trug Handwerkerkleidung und eine Mütze. Zudem sprach er sehr gut Deutsch, allerdings mit ausländischem Akzent. Der falsche Handwerker war mit einem weißen Kleintransporter ohne Aufschrift unterwegs.

Zeugen, denen der Mann oder das Fahrzeug zwischen 13 und 14 Uhr in der Uhlandstraße aufgefallen ist, sollen sich unter der Telefonnummer 07732 95066-0 beim Revier Radolfzell melden.

Die Polizei rät bei derartigen Notfällen zur Vorbereitung: Preise vergleichen und Nummern für wichtige Notdienste wie Schlüsseldienste und Rohrreiniger notieren. In akuten Notlagen sollte man einen kühlen Kopf bewahren und sich ausreichend Zeit für die Suche nehmen. Lokale Notdienste seien meist eine gute Wahl, besonders wenn sie schon mehrere Jahre vor Ort tätig sind.

Bei der Internet-Suche sollten Verbraucher kritisch sein, da viele unseriöse Anbieter mit gekauften Anzeigen weit oben bei den Suchergebnissen landen. Vor der Auftragsvergabe sollte nach einem verbindlichen Komplettpreis einschließlich Anfahrtskosten und etwaiger Zuschläge gefragt werden. Gezahlt werden sollte nur das, was vereinbart wurde – am besten per Rechnung.

Bei Druck oder überteuerten Rechnungen sollten Betroffene nicht zögern, die Polizei zu rufen. Wichtig sei auch, sich den Namen des Monteurs, der Firma und das Kennzeichen des Fahrzeugs zu notieren. Weitere Informationen und Anhaltswerte für angemessene Preise gibt es auf den Seiten der Verbraucherzentrale unter www.verbraucherzentrale.de.

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