Am Grenzübergang Bad Muskau hat ein Autofahrer am Sonntagabend gegen 19:20 Uhr eine Grenzkontrolle der Bundespolizei ignoriert und ist geflohen – mit einem VW Tiguan auf einem deutschen Kurzzeitkennzeichen, der gerade aus Polen einreisen wollte. Die Fahrt endete wenig später in einem Gartenzaun in Krauschwitz.
Die Bundespolizisten wiesen den mit Schrittgeschwindigkeit herannahenden Wagen an, zur Kontrolle an den Fahrbahnrand zu fahren. Doch der Fahrer ignorierte die Anweisung und fuhr einfach weiter. Als Beamte noch versuchten, ihn durch Klopfzeichen an der Scheibe zum Anhalten zu bewegen, beschleunigte der VW Tiguan und entfernte sich vom Grenzübergang.
Die Einsatzkräfte nahmen sofort mit Blaulicht und Sirene die Verfolgung auf. Da der Sichtkontakt zum flüchtenden Fahrzeug bereits zu Beginn der Verfolgung abriss, gehen die Beamten davon aus, dass der Fahrer stark beschleunigte. Orientierung bekamen die Polizisten dabei auch durch Zeichen und Hinweise von Passanten.
Kurz darauf entdeckten die Beamten in der Ortslage Krauschwitz den VW – verunfallt, gegen einen Grundstückszaun gefahren. Beim Heranfahren sahen die Polizisten noch, wie eine Person zu Fuß flüchtete. Eine sofort eingeleitete Fahndung im näheren Umfeld war erfolgreich: Der Fahrer wurde gestellt und in Gewahrsam genommen.
Bei dem Mann handelt es sich um einen 42-jährigen syrischen Staatsangehörigen. Die Kontrolle ergab, dass er zwar über einen nationalen Aufenthaltsstatus für Deutschland verfügt, ihm Reisen jedoch ausdrücklich untersagt sind. Darüber hinaus besaß er keine Fahrerlaubnis. Das Fahrzeug selbst gab keinen Anlass zur Beanstandung – der Syrer war rechtmäßig im Besitz des VW Tiguan.
Der 42-Jährige wurde bei dem Unfall verletzt und musste vom Rettungsdienst in ein Krankenhaus gebracht werden. Auch ein Bundespolizeibeamter zog sich bei der Verfolgung eine Knieverletzung zu und wurde ärztlich behandelt, konnte seinen Dienst anschließend aber fortsetzen. Am Fahrzeug und am Gartenzaun entstand erheblicher Sachschaden.
Sowohl die Landes- als auch die Bundespolizei ermitteln nun gegen den Mann – wegen des Verdachts der unerlaubten Einreise, des Fahrens ohne Fahrerlaubnis, eines unerlaubten Kraftfahrzeugrennens sowie des unerlaubten Entfernens vom Unfallort.