Bei gemeinsamen Kontrollen von fünf Behörden haben Ermittler in zehn Göttinger Geschäften erneut eine Vielzahl illegaler Produkte beschlagnahmt. In der zweiten Märzhälfte überprüften Experten von Finanzamt Göttingen, Stadt Göttingen, Hauptzollamt Braunschweig, Veterinäramt für Stadt und Landkreis Göttingen sowie der Göttinger Polizei verschiedene Kiosk- und Tabakgeschäfte.
Die Beamten stellten insgesamt 22 Dosen Nikotin-Pouches, 222 Vapes, 41 illegale Vapes, vier THC-Vapes, 99 sonstige Cannabisprodukte wie Joints und Saatgut sowie eine Druckluftwaffe sicher. Es war bereits die zweite Kontrollaktion im März 2026 im Rahmen des Kampfes gegen den illegalen Verkauf von sogenannten Vapes an Jugendliche.
Einige der kontrollierten Läden hatten zuvor in sozialen Medien mit nicht verkaufsfähigen THC-Vapes geworben. Der Besitz und Verkauf dieser Produkte verstößt gegen das Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz. Bereits bei früheren Verbundkontrollen hatten die Ermittler ähnliche Verstöße festgestellt und geahndet.
Die Behörden leiteten diverse Ermittlungsverfahren ein, unter anderem wegen Verstößen gegen das Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz, das Jugendschutzgesetz, Straftaten nach dem Lebensmittelrecht sowie gewerbsmäßiger Steuerhehlerei und -hinterziehung und Verstößen gegen das Waffengesetz.
Einem der kontrollierten Betriebe erteilte die Stadt Göttingen noch am selben Tag im Sofortvollzug eine Teilgewerbeuntersagung und verbot den Verkauf von Tabakprodukten. Grund war die Masse der wiederholt festgestellten Verstöße. Das Finanzamt, das Veterinäramt des Landkreises Göttingen und das Hauptzollamt Braunschweig prüfen weitere Verfahren in eigener Zuständigkeit.
„Die fehlende Überwachung der Inhaltsstoffe, der hohe Nikotingehalt teilweise mit synthetischen Cannabinoiden sowie die für Kinder ansprechende bunte Gestaltung, teilweise mit leuchtenden LEDs und die verschiedenen Fruchtgeschmäcker erzeugen ein hohes Suchtrisiko besonders für Kinder und Jugendliche, dass durch einzelne Betreiber gezielt ausgenutzt wird“, erklärte Polizeioberkommissar Dennis Kaltner von der Göttinger Verfügungseinheit, der den Einsatz leitete. Der Schutz von Jugendlichen und besonders Kindern sei allen Beteiligten ein besonderes Anliegen. Der Beharrlichkeit einzelner Kioskbetreiber, solche Vapes und THC-haltige Produkte gezielt an Minderjährige abzugeben, hätten die Behörden eine sehr enge und konsequente Zusammenarbeit entgegengestellt. Auch zukünftig werde man engmaschig gemeinsame Kontrollen vornehmen.