Bei einer Großrazzia gegen eine mutmaßliche Drogenbande haben Berliner Einsatzkräfte gestern Morgen 17 Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt und zwei Haftbefehle in Spandau und Neukölln durchgesetzt. Die Ermittlungen richten sich gegen insgesamt elf Verdächtige im Alter zwischen 18 und 29 Jahren wegen des Verdachts des bandenmäßigen Handels mit Betäubungsmitteln in großer Menge.
Der Schwerpunkt des mutmaßlichen Drogenhandels lag nach Angaben der Staatsanwaltschaft Berlin im Münsinger Park. Gegen 6 Uhr morgens durchsuchten die Beamten mehrere Wohnanschriften, eine Bäckerei und eine Pension in Spandau sowie einen weiteren Durchsuchungsort in Neukölln. Dabei trafen sie zehn tatverdächtige Personen an.
Die Polizisten stellten umfangreiches Beweismaterial sicher: Betäubungsmittel, verschreibungspflichtige Arzneimittel, Bargeld, eine komplette Cannabisplantage und Mobiltelefone. An dem Einsatz der Kriminalpolizei der Direktion 2 (West) beteiligten sich rund 220 Polizistinnen und Polizisten, darunter auch Spezialeinsatzkräfte sowie Diensthundeführer aus Sachsen, Thüringen und dem Hauptzollamt.
Bei der Razzia wurde ein Polizist an der Hand verletzt, konnte aber nach ambulanter Behandlung seinen Dienst fortsetzen. Zwei Hauptverdächtige im Alter von 24 und 25 Jahren, die zu den mutmaßlichen Köpfen der Bande zählen sollen, wurden noch am selben Tag einer Ermittlungsrichterin beim Amtsgericht Tiergarten vorgeführt. Diese verkündete ihnen die Haftbefehle und setzte sie in Vollzug.