Nach einem Brand in einem Firmengebäude in der Straße „Vömmelbach“ in Halver haben die Ermittlungen des Kommissariats für Organisierte Kriminalität bestätigt: In den Räumen befand sich ein professionell betriebenes Labor zur Herstellung synthetischer Drogen. Ein 31-jähriger Mann aus dem Märkischen Kreis sitzt seit Freitag in Untersuchungshaft.
Die mehrtägige Entsorgung der gefundenen Chemikalien endete am Montagmittag (11. Mai). Ein spezialisierter Entsorgungsbetrieb transportierte mehr als 10.000 Liter Syntheseabfälle ab. In mehreren Reaktoren fanden die Ermittler Chemikalien, aus denen mutmaßlich Amphetamin hergestellt werden sollte. Wegen der teilweise hochgiftigen Substanzen waren umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen nötig.
Neben der Polizei waren auch die Feuerwehr sowie Spezialkräfte des Landeskriminalamtes Nordrhein-Westfalen im Einsatz. Für die Bevölkerung bestand nach aktuellem Ermittlungsstand zu keinem Zeitpunkt konkrete Gefahr. Die Feuerwehr konnte den Brand schnell löschen und vermutlich einen folgenschweren Großbrand verhindern.
Bei den Durchsuchungen stellten die Polizisten umfangreiche Beweismittel, Produktionsanlagen sowie eine scharfe Schusswaffe sicher. Nach bisherigen Erkenntnissen verfügte das Labor über eine mutmaßliche Produktionskapazität von mehreren Tonnen Amphetamin. Die Ermittler gehen davon aus, dass das Labor bereits über mehrere Monate betrieben wurde und dabei mehrere Tonnen konsumfähiges Amphetamin herstellte und bereits abtransportierte. Der geschätzte Straßenwert der produzierten Drogen liegt im siebenstelligen Eurobereich.
Der 31-jährige Tatverdächtige steht im dringenden Verdacht, am Betrieb des mutmaßlichen Drogenlabors beteiligt gewesen zu sein. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Hagen wurde er am Freitag (8. Mai) einem Haftrichter beim Amtsgericht Hagen vorgeführt, der Untersuchungshaftbefehl erließ.
Die umfangreichen Ermittlungen dauern an. Gegenstand sind unter anderem die Brandursache sowie mögliche weitere Tatbeteiligte und Hintergründe des Betriebs. Dafür wurde ein Brandsachverständiger eingesetzt. Auch wird derzeit ermittelt, wo das bereits hergestellte und abtransportierte Amphetamin geblieben ist.
Die Polizei bittet weiterhin um Hinweise aus der Bevölkerung. Zeugen, die verdächtige Beobachtungen im Zusammenhang mit dem Objekt gemacht haben, können sich unter der Telefonnummer 02331/986-2066 bei der Polizei Hagen melden.