Nach zwei schweren Raubüberfällen im Januar hat die Polizei Hamburg vergangenen Freitag zwei Männer (27 und 51 Jahre alt) in Berlin verhaftet. Die Verdächtigen sollen sich als Polizeibeamte ausgegeben und dabei echte Polizeiuniformteile getragen haben, um ihre Opfer zu berauben.
Die Festnahmen erfolgten in Berlin-Schöneberg und Berlin-Rudow durch Hamburger und Berliner Polizistinnen und Polizisten, darunter auch ein Spezialeinsatzkommando. Beide Männer wurden anschließend in ein Untersuchungsgefängnis gebracht.
Am 14. Januar gegen 13:30 Uhr hatten die Täter einen 21-Jährigen und seine 52-jährige Mutter in deren Wohnung in Hamburg-Lurup überfallen. Zwei Tage später, am 16. Januar um 13:46 Uhr, beraubten sie einen 34-jährigen Schmuckhändler in der Veringstraße in Hamburg-Wilhelmsburg.
Nach den bisherigen Erkenntnissen gaben sich der 27-jährige Serbe und der 51-jährige Deutsch-Kroate bei beiden Überfällen als Polizeibeamte aus. Sie trugen Teile einer Polizeiuniform, führten Pistolen in Holstern mit sich und zeigten ihren Opfern gefälschte Durchsuchungsbeschlüsse vor. Anschließend fesselten sie ihre Opfer und raubten Schmuck, Uhren und Edelmetalle von hohem Wert.
Die Ermittlungen der Landeskriminalämter Altona und Harburg wurden später vom Landeskriminalamt für Spezielle Einbruchskriminalität (LKA 19) übernommen. Über Monate führten die Beamten akribische Ermittlungen durch, bis sich der Tatverdacht gegen beide Männer erhärtete.
Bei den Durchsuchungen der Wohnungen und zweier vom 27-Jährigen genutzter Schließfächer stellte die Polizei Vermögenswerte im sechsstelligen Bereich sicher, darunter Bargeld und mehrere hochwertige Uhren. In der Wohnung des 51-Jährigen fanden die Beamten zusätzlich knapp 560 Gramm Kokain.
Die Staatsanwaltschaft Hamburg hatte Haftbefehle gegen beide Verdächtigen und Durchsuchungsbeschlüsse für ihre Berliner Wohnadressen erwirkt. Die Ermittlungen der Strafverfolgungsbehörden dauern weiter an.