Ein 85-jähriger Mann ist am Dienstag im Parkhaus P10 am Friedrich-Ebert-Platz in der Heidelberger Altstadt Opfer eines professionell durchgeführten Trickdiebstahls geworden. Zwei unbekannte Tatverdächtige erbeuteten bei dem arbeitsteilig organisierten Verbrechen eine Bauchtasche mit rund 9.000 Euro Bargeld.
Der Senior hatte sein Fahrzeug im Parkhaus abgestellt und zunächst an einer nahegelegenen Bankfiliale Bargeld abgehoben, bevor er verschiedene Erledigungen in der Heidelberger Altstadt tätigte. Nach seiner Rückkehr in das Parkhaus gegen 12:00 Uhr begab er sich zum Parkscheinautomaten, um sein Ticket zu lösen.
Dort sprach ihn eine unbekannte Frau an, die behauptete, sein Rücken sei verschmutzt und ihn während des Gesprächs am Rücken berührte. Tatsächlich stellte der 85-Jährige an seinem Auto fest, dass seine Kleidung und seine Tasche am Rücken verschmiert waren. Er legte daraufhin seine Bauchtasche auf den Rücksitz seines Fahrzeugs und verstaute seine Einkäufe im Kofferraum.
In diesem Moment sprach ihn ein unbekannter Mann an und fragte, ob die auf dem Boden liegenden Geldscheine ihm gehören würden. Als der Senior sich bückte, um das Geld aufzuheben, entfernte sich der Unbekannte unvermittelt. Im weiteren Verlauf bemerkte der Mann, dass seine auf dem Rücksitz abgelegte Bauchtasche fehlte. In der Bauchtasche befanden sich neben dem Bargeld in Höhe von etwa 9.000 Euro auch diverse Ausweisdokumente, ein Mobiltelefon sowie eine Damenuhr.
Die Ermittlungen führt der Arbeitsbereich für unbaren Zahlungsverkehr des Polizeireviers Heidelberg-Mitte. Personen, die im Parkhaus P10 am Friedrich-Ebert-Platz zur Tatzeit verdächtige Beobachtungen gemacht haben, werden gebeten, sich unter 06221 1857-0 beim Polizeirevier Heidelberg-Mitte zu melden.
Der Fall zeigt ein klassisches, arbeitsteilig organisiertes Trickdiebstahlskonzept: Während eine Person ablenkt, handelt eine zweite Person im Verborgenen. Die Polizei warnt ausdrücklich vor dieser und ähnlichen Maschen. Wertsachen dürfen auch für wenige Sekunden nicht aus der Hand gelegt oder unbeobachtet abgestellt werden – weder im Fahrzeug noch anderswo, da Täter in Sekundenbruchteilen handeln.
Bei unerwarteten Berührungen oder Hinweisen auf Verschmutzungen sollten Bürger sofort misstrauisch werden. Die sogenannte „Schmutzmasche“ ist eine bekannte Vorgehensweise professioneller Trickdiebe. Das Hinweisen auf vermeintlich verlorene Geldscheine oder Gegenstände ist ebenfalls eine klassische Ablenkungsstrategie.
Die Polizei empfiehlt, große Bargeldmengen nicht mit sich zu führen, Bauchtaschen stets vor dem Körper und unter der Kleidung zu tragen sowie auf das eigene Gefühl zu vertrauen. Im Falle eines Diebstahls können Karten jederzeit über den Sperr-Notruf 116 116 gesperrt werden.