Der Hilfs- und Unterstützungsfonds für Polizeibeschäftigte übergibt am 27. Mai zwei bei schweren Einsätzen verletzten Polizisten in Kiel eine finanzielle Zuwendung für Erholungsaufenthalte. Die beiden Beamten waren bei dramatischen Vorfällen mit bewaffneten Personen schwer verletzt worden.
Der erste Fall ereignete sich am Morgen des 17. November 2024 an der Dienststelle der Kriminalpolizei Kiel. Eine mit zwei Messern bewaffnete Person erschien dort und drohte damit, sich selbst oder andere Menschen zu töten. Mehrere Polizistinnen und Polizisten eilten herbei und versuchten, die Person zu beruhigen. Sie forderten sie mehrfach auf, die Messer niederzulegen. Die Person kam dieser Aufforderung jedoch nicht nach, sondern griff stattdessen die Beamtin W. an. Daraufhin setzten die Polizisten ihre Dienstwaffe ein und verletzten den Angreifer durch einen Schuss am Fuß. Tragischerweise wurde dabei auch die Beamtin lebensgefährlich am Oberschenkel getroffen.
Kolleginnen und Kollegen versorgten die verletzte Beamtin noch vor Ort, anschließend wurde sie umgehend in einem Krankenhaus notoperiert. In der Folge war sie über ein Jahr lang gar nicht beziehungsweise nur eingeschränkt dienstfähig. Es schlossen sich zwei weitere Operationen sowie langwierige Rehabilitationsmaßnahmen an. Die 31-jährige Beamtin erhält gemeinsam mit ihrem Partner einen achttägigen Aufenthalt auf der Insel Rügen.
Der zweite Vorfall passierte am 14. September 2025 nach 22 Uhr. Polizeihauptmeister Kristof E. wurde gemeinsam mit einem weiteren Kollegen zu einer Einrichtung für Wohnungslose entsandt. Dort sollte ein Randalierer, der sich in einem psychischen Ausnahmezustand befand, Gegenstände zerstört haben. Die Person war als gewalttätig bekannt und führte ein Messer mit sich. Ein Diensthund und weitere Streifenwagen wurden hinzugezogen.
Die Polizisten trafen die Person schreiend und blutverschmiert im Bett an, die sich wild hin- und herbewegte. Trotz Aufforderung und Pfefferspray blieb sie unbeeindruckt und bedrohte die Polizisten. Schließlich wurde sie körperlich fixiert und wehrte sich stark gegen die Beamten. Dabei trat und schlug sie auf die Polizisten ein. Polizeihauptmeister E. wurde erheblich verletzt und erlitt eine Fraktur des Mittelhandknochens. Er musste operiert werden. Der 37-jährige Beamte war danach vier Monate dienstunfähig. Er erhält nun vom Hilfs- und Unterstützungsfonds für sich und seine Familie einen achttägigen Aufenthalt auf der Insel Usedom.
Die Übergabe findet am Mittwoch, 27. Mai 2026 um 9 Uhr in den Räumlichkeiten des 4. Polizeireviers Kiel in der Werftstraße 217 statt. Andreas Breitner wird in seiner Funktion als Vorsitzender des Hilfs- und Unterstützungsfonds die Zuwendungen übergeben. Interessierte Medienvertreterinnen und -vertreter sind herzlich eingeladen. Um eine vorherige Anmeldung unter der Telefonnummer 0173/20 95 139 wird ausdrücklich gebeten.