Innenstadtoffensive in Offenbach: Drogen sichergestellt und 54-Jähriger in Haft

(Symbolbild)

Bei einer groß angelegten Kontrollaktion in Offenbach haben Polizei und Gewerbeamt am Montagabend in sieben Gaststätten und Kiosken massive Verstöße festgestellt. Dabei stellten die Beamten fast 400 Gramm illegaler Drogen sicher und vollstreckten einen Haftbefehl.

Das schwerste Delikt entdeckten die Kontrollkräfte in einer Gaststätte in der Kaiserstraße: Dort fanden sie mehr als 122 Gramm Marihuana, rund 273 Gramm Haschisch sowie vier Gramm Kokain. Ein Kleinkraftrad im Treppenhaus, das als sogenannter „Bunker“ für die Drogen genutzt worden sein soll, beschlagnahmten sie als Beweismittel. Gegen Beteiligte des Lokals ermittelt die Polizei nun wegen unerlaubten Handels mit Betäubungsmitteln.

In einem Lokal in der Waldstraße trafen die Beamten einen 33-jährigen Mann bei der Arbeit an, der nur einen Reisepass ohne gültiges Visum vorlegen konnte. Das Dokument wurde sichergestellt, gegen ihn läuft nun ein Strafverfahren wegen illegaler Arbeitsaufnahme und unerlaubten Aufenthalts. Zusätzlich ahndeten die Kontrolleure Verstöße gegen die Pfandpflicht und das Tabaksteuergesetz und stellten mehrere E-Zigaretten sicher.

Dramatisch wurde es in einem Kiosk: Dort nahmen die Polizisten einen 54-Jährigen fest, gegen den ein Haftbefehl wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis vorlag. Da er die ausstehende Geldstrafe von 1.600 Euro nicht bezahlen konnte, wurde er in eine Justizvollzugsanstalt gebracht. Der Kiosk wurde wegen erheblicher Verstöße gegen die Spielverordnung im Zusammenhang mit Glücksspielautomaten geschlossen – hier drohen Bußgelder in Höhe von mehreren tausend Euro.

In einem Lokal nahe des Hauptbahnhofs stellten die Kontrolleure Verstöße gegen die Pfandpflicht, das Preisauszeichnungsgesetz und brandschutzrechtliche Vorgaben fest. Auch fehlende Zusatzgenehmigungen und weitere Ordnungswidrigkeiten führten zu Bußgeldern von rund 1.500 Euro. In einer weiteren Bar deckten die Beamten einen wiederholten Verstoß gegen das Jugendschutzgesetz auf.

Während ergänzender Streifengänge stellten Polizisten außerdem ein Smartphone sicher, das möglicherweise aus einem Diebstahl stammt oder im Zusammenhang mit Hehlerei steht.

In Neu-Isenburg wurde eine Seniorin Opfer eines besonders dreisten Trickbetrugs: Ein falscher Polizist hatte sie telefonisch kontaktiert und ihr vorgegaukelt, ein Familienmitglied befinde sich in einer Notlage. Um diesem zu helfen, forderte der Betrüger Schmuck und Bargeld. Gegen 20.40 Uhr holte dann ein etwa 1,90 Meter großer, schmaler Mann mit dunklen kurzen Haaren, rotem kariertem Hemd und Jeans die Wertsachen ab – Schmuck im Wert von mehr als hunderttausend Euro. Er flüchtete über die Ludwigstraße. Das Fachkommissariat bittet unter 069 8098-1234 um Zeugenhinweise.

In Dreieich und Wiesbaden nahm die Polizei zwei mutmaßliche Autodiebe fest: Am Montagabend gegen 20 Uhr schnappten Beamte einen 17-Jährigen und einen 18-Jährigen, die eine graue E-Klasse gestohlen haben sollen. Der Wagen war in der Nacht zum Sonntag im Zaunweg in Dreieich entwendet worden. Als die Zivilstreife den Mercedes in Wiesbaden entdeckte, verließ der Fahrer fluchtartig das Auto, ohne es gegen Wegrollen zu sichern – es kam zu einem leichten Zusammenstoß mit dem Polizeiauto. Der 18-jährige Beifahrer wurde noch im Wagen festgenommen, den 17-Jährigen stellten nacheilende Beamte. Da ein Drogentest bei dem Minderjährigen positiv auf THC anschlug, musste er eine Blutprobe abgeben. Nach den polizeilichen Maßnahmen wurde er an seine Erziehungsberechtigten übergeben, der Volljährige wurde entlassen. Der Mercedes wird nun auf Spuren untersucht.

Drei weitere Fälle beschäftigen die Polizei: In Offenbach versuchten drei etwa 18-jährige, circa 1,80 Meter große, dunkel gekleidete Männer in der Nacht zum Dienstag gegen 23.20 Uhr, einen blauen Roller im Lichtenplattenweg zu stehlen. Nach Ansprache durch einen Zeugen flüchteten sie. Bei einem Verkehrsunfall am Montagnachmittag an der Einmündung Taunusstraße/Andrestraße touchierte ein schwarzer Peugeot mit WW-Kennzeichen einen VW-Transporter mit MTK-Kennzeichen. Der etwa 60-jährige, korpulente VW-Fahrer fuhr davon.

In Dietzenbach entstand am Sonntagnachmittag ein Schaden von rund 24.000 Euro: Ein 84-Jähriger musste einem acht bis zehn Jahre alten Kind auf dem Fahrrad ausweichen, das aus dem Aschaffenburger Weg in die Idsteiner Straße einfuhr. Daraufhin prallte sein Wagen mit vier geparkten Autos zusammen – einem Honda, Mercedes B-Klasse, BMW und Sprinter. Das Kind fuhr einfach weiter.

In Rodgau entwendeten Diebe am frühen Montagmorgen zwischen 2.30 und 3 Uhr einen schwarzen Toyota Land Cruiser mit OF-Kennzeichen aus der Humboldtstraße. Sie überwanden die technischen und mechanischen Sicherungen auf unbekannte Weise. In Langen drangen Unbekannte bereits am späten Freitagabend gegen 22.35 Uhr auf ein Betriebsgelände am Waldsee ein, durchtrennten ein Stromkabel und beschädigten einen Zaun. An einem Kiesförderband entfernten sie eine Motorabdeckung. Die Polizei hatte kurz nach der Tatzeit mehrere Personen in einem weißen Sprinter mit OF-Kennzeichen in der Nähe kontrolliert und prüft einen möglichen Zusammenhang.

In Seligenstadt sprühten Unbekannte zwei Hakenkreuze in türkis und violett auf einen Fußweg im Steinweg. Der am Montagvormittag entdeckte Sachschaden beträgt knapp 200 Euro. Die Staatsschutzabteilung ermittelt.

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