Jedes zweite Fahrzeug beanstandet: Großkontrolle auf A1 bei Wildeshausen deckt zahlreiche Verstöße auf

Bei der Kontrolle dieses Reisebusses aus dem Jahr 1958 gab es keine Beanstandungen. Das Foto wurde mit dem Einverständnis des Fahrzeugführers/Fahrzeughalters gefertigt und kann nach Rücksprache mit diesem und den Fahrzeuginsassen veröffentlicht werden.

Bei einer groß angelegten Verkehrskontrolle auf der Tank- und Rastanlage Wildeshausen an der Autobahn 1 haben Polizei und Zoll am Donnerstag, 23. April 2026, erhebliche Verstöße im gewerblichen Personenverkehr aufgedeckt. Von 31 kontrollierten Fahrzeugen wurden 14 beanstandet – eine Quote von etwa 45 Prozent.

Speziell ausgebildete Polizeikräfte der Polizeidirektionen Oldenburg und Osnabrück führten die Kontrolle in Fahrtrichtung Bremen durch. Unterstützt wurden sie von Mitarbeitern des Hauptzollamts Oldenburg sowie des Bundesamts für Logistik und Mobilität (BALM). Eine mobile Röntgenanlage vom Zoll Bremerhaven kam ebenfalls zum Einsatz. Der Schwerpunkt lag auf dem gewerblichen Personenverkehr und der Kriminalitätsbekämpfung.

Die meisten festgestellten Verstöße betrafen Lenk- und Ruhezeiten sowie die Bedienung des Kontrollgerätes. Diese Fälle werden an die entsprechenden Gewerbeaufsichtsämter beziehungsweise das Bundesamt für Mobilität und Logistik gemeldet.

Besonders schwerwiegend war der Fall eines 27-jährigen Fahrers eines Kühl-Lkw aus Lohne. Auf seinem Fahrersitz lagerten ungekühlte Milchprodukte, die direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt waren. Das vom Veterinäramt des Landkreises Oldenburg angeforderte Personal stellte auf der Ladefläche verschiedene Tiefkühlprodukte fest, die in ungeeigneten Transportboxen transportiert wurden. Die Temperaturmessung ergab bei den Milchprodukten 20 Grad Celsius und bei den Tiefkühlprodukten 4 Grad Celsius. Das Veterinäramt versiegelte das Fahrzeug und ordnete die Rückfahrt zum Firmensitz an.

Ein weiterer Fall betraf einen 45-jährigen Mann in einem Pkw aus Großbritannien. Er hatte das Fahrzeug zuvor in England gekauft, jedoch die für die Nutzung in der EU erforderliche Versteuerung und Verzollung nicht vorgenommen. Der Mann musste eine Sicherheitsleistung von 1000 Euro hinterlegen und 2200 Euro Steuern nachzahlen. Ein durchgeführter Drogenvortest verlief positiv auf THC. Ihm wurde eine Blutprobe entnommen, die Weiterfahrt untersagt und eine weitere Sicherheitsleistung von 750 Euro auferlegt.

Als besonderes Highlight bezeichnete die Polizei die Kontrolle eines Oldtimer-Reisebusses mit Erstzulassung von 1958. Der Fahrzeugführer aus Cloppenburg war mit seiner achtköpfigen Clique im Rahmen einer Privatfahrt von Cloppenburg nach Lüneburg unterwegs. Bei diesem Fahrzeug gab es keine Beanstandungen, sodass die Reisegruppe ihre Fahrt nach der Kontrolle fortsetzen konnte.

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