Kurioser Grund: 17-Jähriger betritt Gleise am S-Bahnhof Diebsteich, um sich zu übergeben

(Symbolbild)

Hamburg-Diebsteich – Ein 17-jähriger Deutscher hat in der Nacht zum Samstag, dem 2. Mai 2026 gegen 00:07 Uhr, lebensgefährlich im Gleisbereich des S-Bahnhofs Diebsteich übernachtet. Ein aufmerksamer Bahnreisender erkannte die Gefahr und alarmierte die Polizei. Als Grund nannte der Jugendliche später eine kuriose Erklärung: Er habe sich übergeben müssen und andere Fahrgäste damit nicht belästigen wollen.

Im S-Bahnhof Diebsteich herrschte zum Zeitpunkt des Vorfalls normaler Fahrbetrieb, sodass jederzeit ein Zug auf den betroffenen Gleisen hätte verkehren können. Die Bundespolizei ordnete umgehend kurzfristige Stromabschaltungen sowie Streckensperrungen für die betroffenen Gleise an, bis sichergestellt war, dass sich keine Person mehr im Gleisbereich befand. Zu den bahnbetrieblichen Auswirkungen kann die Bundespolizei keine Angaben machen.

Eine sofort durchgeführte Videoauswertung bestätigte den Gleisaufenthalt des Jugendlichen. Dabei war zudem erkennbar, dass er auch die stromführende Schiene übertrat. Eine Bundespolizeistreife traf den 17-Jährigen noch im S-Bahnhof an. In einem Gespräch über die Gefahren im Gleisbereich räumte er sein Fehlverhalten ein: Er habe Alkohol getrunken und sich übergeben müssen. Um andere Bahnreisende damit nicht zu belästigen, sei er in den Gleisbereich gegangen, um sich dort an einem Grünstreifen zu erleichtern.

Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurde der 17-Jährige wieder entlassen. Gegen ihn wurde ein Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen unerlaubten Gleisaufenthalts eingeleitet.

Die Hamburger Bundespolizei nutzt den Vorfall, um erneut eindringlich vor leichtsinnigem Verhalten an Bahnanlagen zu warnen: Der Aufenthalt im Gleisbereich sei lebensgefährlich und verboten. Triebfahrzeugführer könnten nicht ausweichen, da die Bremswege häufig zu lang seien, um ein Erfassen von Personen noch zu verhindern. Zudem gefährdeten sich Personen im Gleisbereich nicht nur selbst, sondern auch andere Reisende und Helfer. Im konkreten Fall hielt sich der Jugendliche außerdem direkt an den Stromschienen im S-Bahnbereich auf – diese führen 1.200 Volt Gleichstrom. Eine Berührung, so die Bundespolizei, sei lebensgefährlich.

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