Landkreis Celle: Weniger Verkehrsunfälle, aber doppelt so viele Tote wie 2024

(Symbolbild)

Die Zahl der Verkehrsunfälle im Landkreis und der Stadt Celle ist 2025 leicht gesunken, doch die Zahl der Verkehrstoten hat sich im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Das geht aus der Verkehrsunfallstatistik hervor, die Marcel Matthies, Leiter Einsatz der Polizeiinspektion Celle, gemeinsam mit dem Verkehrssachbearbeiter Dirk Holz vorstellte.

Insgesamt registrierte die Polizei 4.039 Verkehrsunfälle, das sind 135 weniger als 2024 (4.174). Trotz dieser positiven Entwicklung stieg die Zahl der Verkehrstoten dramatisch an: 12 Menschen kamen 2025 bei Unfällen ums Leben, im Vorjahr waren es noch sechs. „Der Rückgang der Gesamtunfallzahlen ist grundsätzlich positiv zu bewerten. Der deutliche Anstieg der Verkehrstoten zeigt jedoch, dass die Schwere einzelner Unfälle zugenommen hat“, erklärte Frank Freienberg, Leiter der Polizeiinspektion Celle.

Bei den Verletzten zeigt sich dagegen eine rückläufige Tendenz: 705 Menschen wurden leicht verletzt (2024: 790) und 93 schwer verletzt (2024: 98). Insgesamt verunglückten 810 Menschen gegenüber 906 im Vorjahr. Die Polizei führt den Anstieg der tödlichen Unfälle auf schwere Einzelunfälle mit hohen Geschwindigkeiten, Kollisionen mit ungeschützten Verkehrsteilnehmern sowie ungünstige Rahmenbedingungen wie Dunkelheit oder ländlich geprägte Strecken zurück.

Als Hauptunfallursachen identifizierte die Polizei weiterhin menschliches Fehlverhalten: mangelnder Sicherheitsabstand, Wildunfälle, Fehler beim Wenden und Rückwärtsfahren, Vorfahrts- und Vorrangverstöße, nicht angepasste Geschwindigkeit, Ablenkung sowie Alkohol- und Drogeneinfluss. Freienberg betonte: „Hier gilt es, weiterhin konsequent auf die Hauptunfallursachen wie Geschwindigkeit, Ablenkung und Vorfahrtsverstöße einzuwirken.“

Bei Fahrradunfällen verzeichnete die Statistik einen Anstieg auf 310 Fälle (2024: 289). Dabei wurden 231 Radfahrer leicht und 25 schwer verletzt. Die Polizei sieht hier eine erhöhte Gefährdung insbesondere im innerörtlichen Bereich durch die steigende Nutzung von Fahrrädern und Pedelecs.

Auch bei Elektrokleinstfahrzeugen wie E-Scootern stieg die Unfallzahl erneut an: 63 Unfälle wurden registriert (2024: 54), darunter 45 mit Verletzten, sieben Schwerverletzte und ein Todesopfer. Die Polizei sieht hier ein wachsendes Risiko und fordert verstärkte Kontrollen sowie Aufklärung über die Gefahren von Alkohol- und Drogenkonsum.

Positive Entwicklungen gab es bei Fußgängerunfällen mit einem Rückgang auf 56 Fälle. Dabei wurden 35 Personen verletzt, eine Person kam ums Leben. Auch Baumunfälle gingen auf 86 Fälle zurück (2024: 118), forderten aber drei Todesopfer. Diese Unfallart ist häufig geprägt von alleinbeteiligten Fahrten, nicht angepasster Geschwindigkeit und überdurchschnittlich schweren Unfallfolgen.

Wildunfälle blieben mit 890 Fällen auf konstant hohem Niveau und machen einen erheblichen Anteil des Unfallgeschehens aus. Sie sind geprägt durch plötzliches Auftreten, eingeschränkte Reaktionsmöglichkeiten und häufig hohe Sachschäden.

Die Analyse der tödlich Verunglückten zeigt ein differenziertes Bild, da verschiedene Verkehrsarten betroffen sind und nahezu alle Altersgruppen vertreten sind. Die Polizei sieht darin die Notwendigkeit für einen ganzheitlichen Ansatz in der Verkehrssicherheitsarbeit, der sämtliche Zielgruppen adressiert und die Hauptunfallursachen konsequent bekämpft.