In Wolfsburg hat ein 37-jähriger Mann ohne deutsche Staatsangehörigkeit am Sonntagabend einen Polizeibeamten mit einem Zimmermannshammer angegriffen. Nur das beherzte Eingreifen eines Kollegen verhinderte schwere Kopfverletzungen des 27-jährigen Beamten. Zuvor hatte der Täter mit dem Hammer Glastüren und -fenster von vier städtischen Institutionen zerstört.
Die Serie der Vandalismus-Akte begann gegen 22.27 Uhr in der Rothenfelder Straße. Zwei Zeugen meldeten der Polizei unabhängig voneinander, dass eine Person die Scheiben des Eingangsbereichs des Amtsgerichts mit einem Hammer einschlug. Der Täter flüchtete noch während der Notrufe mit einem Fahrrad Richtung Rothenfelder Markt. Eine sofort eingeleitete Fahndung blieb zunächst erfolglos.
Knapp eine Stunde später, gegen 23.25 Uhr, erschien der 37-Jährige vor der Polizeidienststelle in der Heßlinger Straße und attackierte mit dem Hammer die Glastüren des Eingangsbereichs. Als Polizeibeamte aus der Wache eilten, bedrohte er sie mit erhobenem Hammer. Die Beamten nahmen ihre Dienstwaffen in die entschlossene Schießhaltung und forderten ihn auf, den Hammer fallen zu lassen. Stattdessen flüchtete der Mann erneut mit seinem Fahrrad.
Bei der Verfolgung mit Funkstreifenwagen stellten die Beamten den Täter in Höhe des Zentralen Omnibusbahnhofs. Bei der Festnahme schrie der Mann lautstark und leistete erheblichen Widerstand. Während der Festnahme holte er mit dem Hammer aus und versuchte, den Kopf des 27-jährigen Polizisten zu treffen. Ein weiterer Beamter konnte im letzten Moment eingreifen und ihm den Hammer aus der Hand schlagen. Der Polizist wurde dennoch von der Hand des Angreifers am Kopf getroffen.
Unter Einsatz von Reizstoff und einfacher körperlicher Gewalt gelang es mehreren Polizeibeamten, dem Mann Handfesseln anzulegen. Bei der Festnahme erlitten vier Polizeibeamte und der Täter Verletzungen. Ein 28-jähriger Beamter wurde an der Hand verletzt und ist nicht mehr dienstfähig. Auf der Wache stellte sich heraus, dass der 37-Jährige alkoholisiert war.
Der Mann wurde zur medizinischen Begutachtung und auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Braunschweig zur Blutentnahme ins Klinikum gebracht. Auch dort verhielt er sich aggressiv und schrie laut. Nach der Behandlung wurde er in den Gewahrsam der Polizei überführt.
Weitere Ermittlungen ergaben, dass der Täter zwischen 22.30 und 23.20 Uhr in der Porschestraße auch Glastüren und -fenster des Rathauses und des Jobcenters erheblich beschädigt hatte. Die genaue Schadenshöhe an den vier betroffenen Institutionen kann noch nicht beziffert werden. Die Staatsanwaltschaft ordnete eine Durchsuchung der Wohnung des Mannes an. Einen Antrag auf Untersuchungshaft stellte sie nicht, sodass der 37-Jährige nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen entlassen wurde.