Die Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta verzeichnete 2025 insgesamt 7024 Verkehrsunfälle – 31 weniger als im Vorjahr 2024 mit 7055 Unfällen. Doch trotz dieser positiven Entwicklung stieg die Zahl der tödlichen Verkehrsunfälle besorgniserregend an: 22 Unfälle forderten 26 Todesopfer, verglichen mit 17 Unfällen und 20 Toten im Jahr 2024.
Von den 22 tödlichen Unfällen ereigneten sich 13 im Landkreis Cloppenburg und 9 im Landkreis Vechta. Als häufigste Unfallursache ermittelten die Beamten nicht angepasste Geschwindigkeit (6 Fälle), gefolgt von Vorfahrtsverstößen (4) und einem missglückten Überholvorgang. Besonders tragisch war der Verkehrsunfall vom 8. Januar 2025 auf der B 401, bei dem fünf Menschen ums Leben kamen.
Auch bei schweren Verletzungen zeigt sich ein Aufwärtstrend: 187 Unfälle führten zu 210 Schwerverletzten – ein Anstieg gegenüber 2024 mit 160 Unfällen und 201 Schwerverletzten. Die Zahl der Leichtverletzten stieg ebenfalls: 1073 Unfälle mit 1434 leicht verletzten Personen wurden registriert. Hauptursache war hier die Nichtbeachtung der Vorfahrtsregeln.
„Wir betrachten die Zahlen der Verkehrsunfälle mit schweren und tödlichen Unfallfolgen mit Besorgnis. Jeder Verletzte ist ein Verletzter zu viel“, erklärt Polizeidirektor Walter Sieveke, Leiter Einsatz der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta.
Bei der Analyse der Unfallursachen dominiert überhöhte Geschwindigkeit: Von 77 aufgeklärten schweren Unfällen waren 29 auf nicht angepasste Geschwindigkeit zurückzuführen. Weitere häufige Ursachen sind Alkohol- und Drogeneinfluss (20 Fälle) sowie Vorfahrtsmissachtung (14). Bei leichteren Unfällen führt Vorfahrtsmissachtung (81 Fälle) vor nicht angepasster Geschwindigkeit (76) und berauschenden Mitteln (69).
Junge Fahrer zwischen 18 und 24 Jahren bleiben die größte Risikogruppe mit 169 Verkehrsunfällen mit Verletzten, gefolgt von den 25- bis 34-Jährigen mit 151 Unfällen. Die Polizei führt dies auf geringe Fahrpraxis, Fehleinschätzungen und häufigen Alkohol- oder Drogenkonsum zurück.
Besonders gefährdet sind Radfahrer und Pedelec-Nutzer: 579 Unfälle unter deren Beteiligung forderten 5 Tote, 55 Schwerverletzte und 375 Leichtverletzte. Die Popularität von Fahrrädern und E-Bikes im Rahmen der Mobilitätswende trägt zu dieser Entwicklung bei.
Drastisch gestiegen sind Unfälle unter Drogeneinfluss: von 10 im Jahr 2024 auf 24 in 2025 – mehr als eine Verdopplung. Alkoholunfälle blieben mit 154 Fällen auf hohem Niveau, dabei wurden 73 Personen verletzt (14 schwer, 59 leicht).
Unfallflucht bleibt ein großes Problem: Bei 1314 Verkehrsunfällen – fast jedem fünften – entfernten sich Beteiligte unerlaubt vom Unfallort. Die Aufklärungsquote liegt bei 39,3 Prozent.
E-Scooter-Unfälle stiegen kontinuierlich an: von 29 im Jahr 2023 über 41 in 2024 auf 99 in 2025. Dabei kam es zu 7 schweren und 64 leichten Verletzungen.
Wildunfälle machten mit 1643 Fällen 23 Prozent aller Unfälle aus, führten aber nur selten zu Personenschäden: ein Schwerverletzter und 12 Leichtverletzte.
Baumunfälle stiegen von 137 auf 181, wobei 108 Unfälle Personenschäden verursachten: 5 Tote, 28 Schwerverletzte und 75 Leichtverletzte.
Zur Prävention setzt die Polizei auf ein besonderes Projekt: Verkehrssicherheitsberaterinnen Marina Koopmann und Anne Alfers zeigen gemeinsam mit Rettungsdienst, Feuerwehr, Angehörigen und weiteren Beteiligten ein Bühnenstück. „Hundertdreizehn – so viele Menschen sind im Schnitt an der Abarbeitung eines Verkehrsunfalles mit tödlichem oder schwerem Ausgang beteiligt“, erläutert Sieveke das emotionale Aufklärungsprojekt.
Für 2026 konzentriert sich die Verkehrssicherheitsarbeit auf die Schwerpunkte Geschwindigkeit, Fahrtüchtigkeit, Radverkehr und risikobehaftetes Verhalten. Zusätzlich wurde Vorfahrtsmissachtung als regionaler Schwerpunkt festgelegt.
„Auch wenn die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle leicht gesunken ist, zeigen die steigenden Zahlen bei schweren und tödlichen Unfällen deutlich, dass weiterhin großer Handlungsbedarf besteht“, resümiert Walter Sieveke und kündigt intensive Verkehrskontrollen sowie verstärkte Präventionsarbeit an.