Politisch motivierte Kriminalität in Bochum: Gewalttaten sinken um ein Drittel

(Symbolbild)

Die Zahl der Gewalttaten bei politisch motivierten Straftaten ist in Bochum, Herne und Witten im vergangenen Jahr um 33,3 Prozent auf 16 Fälle gesunken. Das geht aus der aktuellen Statistik des Polizeipräsidiums Bochum hervor. 2024 hatte es noch 24 Gewaltdelikte gegeben – ausschließlich Körperverletzungen.

Gleichzeitig stieg die Gesamtzahl der politisch motivierten Straftaten deutlich um 47,5 Prozent auf 674 Fälle an. 2024 waren es noch 457 Delikte gewesen. Als Hauptgrund für den Anstieg nennt die Polizei die Bundestags- und Kommunalwahl. Bei der Mehrzahl der Taten handelt es sich um Propagandadelikte wie das Verbreiten von Inhalten verbotener Organisationen sowie um Sachbeschädigungen. Die Aufklärungsquote lag bei 36,9 Prozent.

Die meisten Straftaten wurden im Bereich rechtsextremistisch motivierter Kriminalität begangen. Mit 344 Fällen machten sie 51,04 Prozent aller politisch motivierten Taten aus – ein Anstieg um 27,9 Prozent gegenüber 2024. Allerdings sank die Zahl der Gewalttaten in diesem Bereich von zwölf auf neun Fälle und erreichte damit den niedrigsten Wert seit 2021. 69,5 Prozent der rechtsextremistischen Delikte waren Propagandadelikte. Die Polizei klärte 43,9 Prozent der rechtsextremistisch motivierten Straftaten auf, bei sechs der neun Gewalttaten konnten die Täter ermittelt werden.

Den größten Anstieg verzeichnete die linksextremistisch motivierte Kriminalität mit einem Plus von 204,9 Prozent auf 125 Fälle. 2024 waren es nur 41 Delikte gewesen. Dieser Anstieg folgt einem landesweiten Trend und steht vor allem im Zusammenhang mit der Bundestags- und Kommunalwahl. Allerdings sank auch hier die Zahl der Gewalttaten von fünf auf drei Körperverletzungsdelikte. Von den 125 linksextremistischen Straftaten waren 61 Sachbeschädigungen, überwiegend an Wahlplakaten. Die Polizei klärte 37 Fälle auf.

Im Bereich der sonstigen Zuordnung stieg die Zahl der Delikte um 95,3 Prozent von 86 auf 168 Fälle. Hierzu zählen Straftaten, die keinem eindeutigen politischen Spektrum zugeordnet werden können, etwa Delikte mit Bezug zur Energiepolitik oder zum Tierschutz. Viele dieser Taten standen ebenfalls im Zusammenhang mit den Wahlen.

Rückläufig entwickelten sich die Fallzahlen bei Straftaten aufgrund ausländischer Ideologie: Sie sanken um 47,9 Prozent von 48 auf 25 Fälle. Die Delikte im Bereich religiöser Ideologie wie Islamismus oder Salafismus blieben nahezu konstant bei zwölf Fällen (2024: 13 Fälle).

Die Polizei betont, dass sich weder im rechts- noch im linksextremistischen Bereich eine strukturierte Szene etablieren konnte. Auch bei den sogenannten Reichsbürgern und Selbstverwaltern gibt es laut Polizei keine Hinweise auf organisierte Strukturen in Bochum, Herne und Witten. Die Polizei setzt auf ein Maßnahmenpaket aus Prävention und konsequenter Strafverfolgung, um Straftaten und der Bildung krimineller Szenen entgegenzuwirken.

» Weitere Polizeimeldungen