Die Polizeidirektion Hannover verzeichnet jedes Jahr mehrere Dutzend Fälle von Hasskriminalität aufgrund des Geschlechts oder der sexuellen Orientierung. Anlässlich des Internationalen Tages gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie (IDAHOBIT) am 17. Mai bekräftigte die Behörde ihr Engagement für den Schutz geschlechtlicher und sexueller Vielfalt.
Queerfeindliche Delikte gehören weiterhin zum polizeilichen Alltag und werden in der Polizeilichen Kriminalstatistik unter den Kategorien „Hasskriminalität aufgrund der sexuellen Orientierung“ sowie „Hasskriminalität aufgrund geschlechtsbezogener Diversität“ explizit erfasst. Die Fallzahlen in diesen Bereichen bewegen sich in der Polizeidirektion Hannover über die vergangenen Jahre hinweg auf einem konstanten Niveau im unteren bis mittleren zweistelligen Bereich.
Sorge bereitet den Ermittlerinnen und Ermittlern jedoch die Verlagerung der Kriminalität in den digitalen Raum: Die Fallzahlen der Hasskriminalität, die sich im Internet ereignet hat, haben sich in den vergangenen drei Jahren verdoppelt. Betrachtet man die bloßen Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik, so machen queerfeindliche Delikte quantitativ nur einen kleinen Bruchteil der Gesamtkriminalität aus. Doch hinter jeder einzelnen Zahl verbirgt sich ein menschliches Schicksal und jede solche Tat stellt einen Angriff auf die Grundrechte eines jeden Menschen und die freiheitlich-demokratische Grundordnung dar.
„Wir tolerieren keinen Hass. Jede Tat gegen die LSBTIQ-Community ist eine Tat gegen die Werte unserer Gesellschaft. Deshalb setzen wir auf eine konsequente Strafverfolgung“, erklärt Polizeipräsidentin Gwendolin von der Osten. Gleichzeitig sei es der Polizei ein Herzensanliegen, Barrieren abzubauen. „Mit unseren spezialisierten Ansprechpersonen für LSBTIQ-Themen bieten wir Betroffenen einen geschützten Raum und kompetente Unterstützung.“
Ein zentraler Baustein der polizeilichen Arbeit ist die Vertrauensarbeit. Die spezialisierten Ansprechpersonen der Polizeidirektion Hannover fungieren hierbei als Bindeglied zwischen der Community und der Behörde. Polizeikommissarin Zoé Vaßmer ist eine dieser Personen: „Unsere wichtigste Aufgabe ist die Ansprechbarkeit. Denn viele Betroffene zögern nach wie vor, Übergriffe oder Beleidigungen zur Anzeige zu bringen – oft aus Scham oder der Sorge, nicht ernst genommen zu werden.“
Die Polizeidirektion Hannover will auch am diesjährigen IDAHOBIT, der unter dem Motto „At the heart of democracy (Im Herzen der Demokratie)“ steht, deutlich machen: Hannover ist bunt, und die Polizei schützt diese Vielfalt.