Polizei Karlsruhe warnt in Seniorenaktionswoche vor Betrügern an der Haustür

(Symbolbild)

Die Polizei Karlsruhe informiert im Rahmen der 4. Seniorenaktionswoche über „Betrug und Diebstahl an der Haustür“. Die Aktionswoche steht unter dem Motto „Bekämpfung und Verhinderung von Straftaten zum Nachteil älterer Menschen“.

Kriminelle verfolgen an der Haustür meist ein Ziel: Sie wollen in die Wohnung ihrer Opfer gelangen, um dort Bargeld, Schmuck und andere Wertsachen zu stehlen. Besonders Senioren stehen im Fokus der Täter, da sie tagsüber häufiger erreichbar sind. Die Folgen wiegen meist schwer, da die Straftat den privaten Rückzugsort verletzt. Wie bei betrügerischen Telefonanrufen nutzen die Täter gezielt die Sorge, Hilfsbereitschaft oder Unsicherheit ihrer Opfer aus. Dabei agieren sie oft mit beachtlichem schauspielerischem Geschick und nutzen vielfältige Maschen.

Die Polizei warnt vor drei gängigen Betrugsmaschen: Falsche Amtspersonen geben sich als Polizisten, Behördenvertreter oder Mitarbeiter von Versorgungsunternehmen aus. Mit gefälschten Dienstausweisen täuschen sie eine offizielle Funktion vor, um Einlass zu erhalten. Bei der Methode „Vortäuschen einer Notlage“ bitten Kriminelle um ein Glas Wasser, einen Stift oder die Nutzung der Toilette. Teilweise geben sie sich auch als Paketbote oder Handwerker aus und weisen auf einen angeblichen Wasserrohrbruch im Haus hin, der schnellstmöglich behoben werden muss. Wird die Tür geöffnet und danach nicht vollständig geschlossen, kann eine zweite Person unbemerkt die Wohnung betreten und die Räume nach Wertsachen durchsuchen.

Bei Haustürgeschäften treten Täter als Firmenmitarbeiter auf und drängen zum Abschluss von Zeitungsabonnements, Energie- oder Telefonverträgen. Sie versprechen Gewinne oder geben vor, für soziale Projekte zu arbeiten. Auch spontane Handwerkerleistungen wie Dach- oder Pflasterarbeiten werden angeboten, die später gar nicht oder nur minderwertig ausgeführt werden.

Die Polizei gibt konkrete Präventionstipps: Bürger sollten Türspion und Sperrbügel nutzen und sich Besucher vor dem Öffnen der Tür durch den Türspion oder das Fenster genau ansehen. Die Tür sollte nur bei vorgelegtem Sperrriegel geöffnet oder durch die geschlossene Tür gesprochen werden. Fremde Personen müssen nicht hereingelassen werden – im Zweifel sollten Nachbarn hinzugezogen oder ein späterer Termin vereinbart werden. Von Amtspersonen oder Handwerkern ist immer der Dienst- oder Firmenausweis zu verlangen. Bei geringsten Zweifeln sollte die entsprechende Behörde oder Stelle angerufen werden, wobei die Telefonnummer selbst herausgesucht und der Besucher währenddessen vor der verschlossenen Tür warten gelassen werden sollte.

Einlass sollte nur Personen gewährt werden, die selbst beauftragt wurden oder die von der Hausverwaltung angekündigt wurden. Die Polizei rät zu energischer Gegenwehr bei zudringlichen Besuchern – diese sollten laut angesprochen werden oder laut um Hilfe gerufen werden. Nachbarn sollten sich gegenseitig bei unbekannten Besuchern unterstützen.

Für Haustürgeschäfte gelten besondere Regeln: Vertreter sollten nur hereingelassen werden, wenn absolute Sicherheit über deren Seriosität besteht, beispielsweise durch Gewerbeschein oder Empfehlung. Spontankäufe sind zu vermeiden und niemand sollte sich drängen lassen. Das Angebot sollte in aller Ruhe geprüft werden und nichts unterschrieben werden, was nicht vollständig verstanden wurde. Gegebenenfalls sollten Nachbarn oder Bekannte als Zeugen dazugezogen werden. Barzahlungen an der Haustür und Vorkasse sind niemals zu leisten. Gesetzlich sind Sofortzahlungen über 50 Euro bei Haustürgeschäften verboten. Vertragsdaten sind zu prüfen, auf das korrekte Datum zu achten und eine lesbare Kopie des Vertrages mit Namen und Anschrift des Vertragspartners zu verlangen. Dies ist für das 14-tägige Widerrufsrecht entscheidend.

Bei einem schlechten Bauchgefühl oder aufdringlichem Verhalten sollten Betroffene die Tür sofort schließen und die Polizei unter der Notrufnummer 110 verständigen. Angehörige und das soziale Umfeld können einen entscheidenden Beitrag zum Schutz älterer Menschen leisten. Die Polizei rät, die Kriminalitätsphänomene am Telefon, an der Haustür und unterwegs regelmäßig in der Familie, im Freundeskreis und in der Nachbarschaft zu thematisieren. Ein offener Austausch schafft Sicherheit und bereitet auf den Ernstfall vor.

Weitere Informationen zu Betrug und Diebstahl an der Haustür finden sich auf dem Internetauftritt der Polizeilichen Kriminalprävention unter https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/betrug/haustuerbetrug/. Im Bereich der Haustürgeschäfte steht für weitere Informationen auch die örtliche Verbraucherzentrale unter www.verbraucherzentrale.de zur Verfügung.

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