Polizei warnt vor dubiosen Handwerkern: Seniorin um vierstelligen Betrag betrogen

(Symbolbild)

Die Polizei in der Region Uelzen warnt erneut vor dubiosen reisenden Handwerkern, nachdem eine Seniorin aus Römstedt auf eine Kleinanzeige hereingefallen ist und um einen vierstelligen Bargeldbetrag betrogen wurde.

Am 20. Mai 2026 ging die Frau auf eine Annonce in einer Zeitung für Gartenarbeiten ein. Für die ersten Arbeiten ließen sich die Männer „fürstlich“ mit einem vierstelligen Bargeldbetrag entlohnen. Bei der Geldabhebung einer ergänzenden Zahlung wurden aufmerksame Mitarbeiter einer Uelzener Bank auf die Seniorin aufmerksam und sensibilisierten sie. Daraufhin konnte die Polizei die dubiosen Arbeiter kontrollieren – zwei 29 und 32 Jahre alte Männer unter anderem aus Salzwedel. Entsprechende Strafverfahren wurden eingeleitet.

In der Vergangenheit waren immer wieder reisende Handwerker größtenteils im ländlichen Gebiet unterwegs und boten ihre Arbeiten wie Dacharbeiten und -klempnerei, Terrassen- und Steinreinigungsarbeiten sowie Betonarbeiten spontan vor Ort „über den Gartenzaun“ für einen Schnäppchenpreis an. Auch in diesem Jahr tauchen in verschiedenen regionalen Zeitungen wieder Kleinanzeigen und Hochglanzprospekte unterschiedlicher Firmen für Gebäude-, Stein- und Terrassenreinigungsarbeiten auf. Überprüfungen der Kontaktdaten und -adressen ergaben, dass diese Firmen zum Teil unter den angebenden Adressen nicht existent oder gemeldet sind.

Die Polizei beschreibt eine typische Masche: Freundliche Personen sprechen Grundstücksbesitzer am Gartenzaun an und bieten vermeintlich günstige Gartenarbeiten für ein paar tausend Euro an. Auf einem Notizzettel steht etwas von Gartenarbeiten und dass man Geld erhalten habe für den Auftrag – ohne Firmenanschrift, Bankverbindung oder Verantwortlichkeiten. Der Pritschenwagen mit auswärtigem Kennzeichen und ohne Firmenlogo wird entladen und es geht überfallartig ans Werk. Plötzlich werden die Arbeiten beendet, weil angeblich Material fehlt, das noch geholt werden müsse. Alles wird eingeladen, auch die eigenen Gartengeräte des Auftraggebers, und die Truppe kommt nicht wieder.

In den letzten Tagen meldeten sich mehrere Grundstücksbesitzer aus der Region bei der Polizei, da bei ihnen entsprechende reisende Handwerker unaufgefordert erschienen waren. Besonders häufig haben es Betrüger an der Haustür auf Senioren abgesehen, die sich in ihren vier Wänden vermeintlich sicher fühlen. Die Täter treten in unterschiedlichen Rollen auf: als seriös gekleidete Geschäftsmänner, Handwerker in Arbeitskleidung, Hilfsbedürftige oder sogar als angebliche Amtspersonen.

Die Polizei rät eindringlich: „Lehnen Sie jegliche Angebote von Wanderarbeitern ab, die Ihnen spontane Bauarbeiten auf Ihrem Grundstück anbieten. Zahlen Sie niemals Geld im Voraus!“ Eigenheimbesitzer sollten keine Haustür- oder Gartenpfortengeschäfte machen. Auch bei Angeboten auf Hochglanz-Flyern von angeblichen regionalen Firmen lohnt es sich, die örtliche Firmenanschrift im Internet zu überprüfen. Oftmals gibt es die angegebene Firma gar nicht, und angebliche regionale Telefonnummern werden auf Nummern außerhalb von Niedersachsen weitergeleitet.

Die Polizei empfiehlt: Lassen Sie sich ein genaues schriftliches Angebot geben, holen Sie Vergleichsangebote ein, leisten Sie niemals Vorkasse vor Ort oder legen Geld für Materialien aus, und notieren Sie sich die Personalien des Anbieters und des mitgeführten Kraftfahrzeuges. Bei Auftreten entsprechender dubioser reisender Handwerker sollten sich Betroffene unter der Notrufnummer 110 an die Polizei wenden.

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