Polizist nach brutalem Angriff in Ahrensburg erhält Hilfe – Kreuzbandriss und Schienbeinbruch nach Attacke

(Symbolbild)

Ein Polizeibeamter, der bei einem brutalen Angriff in Ahrensburg schwer verletzt wurde, erhält Unterstützung vom Hilfs- und Unterstützungsfonds für Polizeibeschäftigte. Am Dienstag wird dem 36-jährigen Polizeibeamten Yannik O. eine Zuwendung für eine Kur- und Betreuungsmaßnahme übergeben.

Der Vorfall ereignete sich am 3. Mai 2025 abends auf dem Parkplatz des Netto-Marktes in Ahrensburg. Eine Polizeistreife war gerufen worden, weil sich dort eine stark alkoholisierte Person mit einem 4-jährigen Kind aufhalten sollte. Die Person war nicht mehr ansprechbar und konnte nicht auf ihr Kind aufpassen.

Als die beiden Polizisten die alkoholisierte Person ansprachen, reagierte diese distanzlos und sofort aggressiv. Sie war überhaupt nicht zu einer Kooperation bereit und griff stattdessen die Beamten an, besonders den Beamten O. Es kam zu einer Rangelei, bei der der heute 36-jährige Polizist schwere Verletzungen erlitt: Abriss des vorderen Kreuzbandes, Fraktur des Schienbeinkopfes, Knochenödem im Schienbein und weitere Muskelanrisse.

Der Polizeibeamte wurde mit einem Rettungswagen zur stationären Behandlung in eine Klinik nach Hamburg gebracht. Nach der Attacke war er mehr als sieben Monate dienstunfähig und spürt die Folgen noch heute. Andere Verstärkungskräfte konnten die randalierende Person fixieren und festnehmen.

Der Polizeibeamte, der zwischenzeitlich in Lübeck Dienst macht, erhält nun für sich und seine Familie einen 7-tägigen Aufenthalt im CenterParc in der Lüneburger Heide. Die Übergabe findet am Dienstag, 19. Mai 2026, um 13.00 Uhr in der Polizeidirektion Lübeck in der Possehlstraße 4 statt. Der Vorsitzende des Hilfs- und Unterstützungsfonds Andreas Breitner, Minister a.D., wird die Zuwendung persönlich überreichen.

Die Zahlen zeigen die Brisanz der Situation: Während 2019 noch 1.180 Angriffe auf Polizisten in Schleswig-Holstein registriert wurden, waren es 2025 bereits 1.480 – allein im Bereich der Polizeidirektion Lübeck wurden 307 Fälle registriert. 129 davon gingen von minderjährigen Tatverdächtigen aus. Das bedeutet durchschnittlich mehr als vier Übergriffe pro Tag in Schleswig-Holstein. An 591 Tagen waren Polizistinnen und Polizisten im vergangenen Jahr als Folge von Gewalteinwirkungen dienstunfähig.

Der Hilfs- und Unterstützungsfonds für Polizeibeschäftigte und deren Familien in Not e.V. ist eine gemeinnützige Einrichtung, die seit 2001 im Dienst schwer verletzten oder getöteten Polizeibeamten beziehungsweise deren Angehörigen und Familien in ihrer schwierigen Situation mit angemessenen Zuwendungen hilft. Seit seinem Bestehen hat der Fonds in über 380 Fällen Unterstützung geleistet und dabei über 400.000 Euro ausgekehrt.

„Wir sind uns im Klaren, dass unsere Unterstützung weder eine Verarbeitung des Erlebten noch eine Wiedergutmachung darstellt, sie ist aber ein wichtiges Zeichen gesellschaftlicher Solidarität“, erklärt Vorsitzender Andreas Breitner. Der Hilfsfonds arbeitet rein ehrenamtlich und verfügt über Spenden von Bürgern sowie von Gerichten und Staatsanwaltschaften verhängte Bußgelder und Geldstrafen.

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