Das Landeskriminalamt Niedersachsen hat am 12. Mai eine Razzia gegen eine Autovermietung in Hannover durchgeführt. Die Polizei durchsuchte 15 Objekte in Hannover, der Region und Bremen wegen des Verdachts der Geldwäsche. Vier Männer im Alter zwischen 24 und 38 Jahren stehen unter Verdacht – die Geschäftsinhaber und ihre Mitarbeiter der Autovermietung mit Hauptsitz in Hannover.
Bei den Durchsuchungen stellten die Beamten zahlreiche Beweismittel sicher: elektronische Geräte wie Mobiltelefone, Tablets und Computer sowie Bargeld in Höhe von rund 4.600 Euro. Außerdem beschlagnahmten sie Gold in Form von Münzen und Barren mit einem Gesamtgewicht von etwa 135 Gramm. Das Amtsgericht Hannover erließ einen Vermögensarrest in Höhe von rund 113.000 Euro.
Das Verfahren läuft bereits seit Mitte 2025 unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft Hannover. Die Ermittler vermuten, dass Personen aus dem kriminellen Milieu hochwertige Fahrzeuge anmieteten und die Mietzahlungen teilweise über Strohleute mit illegalen finanziellen Mitteln leisteten. Dabei handelt es sich um das Kriminalitätsphänomen „Crime as a Service“ – Geschäftsmodelle, bei denen Dienstleistungen oder Infrastruktur gezielt für kriminelle Zwecke genutzt werden.
„Wenn kriminelle Strukturen gezielt auf legale Angebote wie Fahrzeugvermietungen zurückgreifen, verschwimmen die Grenzen zwischen Alltagsgeschäft und Unterstützung schwerer Straftaten“, erklärt Thorsten Massinger, Präsident des LKA. „Der gestrige Einsatz zeigt, dass wir solche Strukturen konsequent aufklären und Finanzströme sichtbar machen. Die Bekämpfung von Geldwäsche ist ein zentraler Baustein, um Organisierte Kriminalität wirksam zu treffen – dort, wo sie ihre Gewinne absichern und ihre Taten ermöglichen will.“
An dem Einsatz arbeiteten die Staatsanwaltschaft Hannover, mehrere Polizeibehörden sowie weitere Behörden übergreifend zusammen. Die Ermittlungen dauern noch an.