Am Hamburger S-Bahnhof Hammerbrook ist am Sonntag, 26. April 2026, ein 41-jähriger polnischer Staatsangehöriger von einer S-Bahn erfasst und verletzt worden. Die Bahn der Linie S3 auf der Strecke Hammerbrook–Elbbrücken überrollte den Mann kurz nach der Ausfahrt aus dem Bahnhof – um exakt 21:18 Uhr. Ein zweiter Mann, der sich ebenfalls im Gleisbereich aufhielt, flüchtete anschließend über den Bahnsteig und ist bis heute unbekannt.
Die Bundespolizei erhielt die Einsatzmeldung um 21:23 Uhr. Demnach hatte der Triebfahrzeugführer noch eine Schnellbremsung eingeleitet, konnte den Unfall jedoch nicht verhindern. Umgehend rückte ein Großaufgebot an: Einsatzkräfte der Bundespolizei, der Landespolizei Hamburg und der Feuerwehr Hamburg eilten zum Unfallort, zusätzlich war ein Hubschrauber der Bundespolizei im Einsatz. Die Feuerwehr rettete den verletzten Mann aus dem Gleisbereich; er wurde anschließend mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht. Zu diesem Zeitpunkt befand er sich nicht in Lebensgefahr. Zu seinen genauen Verletzungen machte die Bundespolizei keine Angaben.
In der betroffenen S-Bahn befanden sich zum Zeitpunkt des Vorfalls rund 400 Fahrgäste. Der Zug wurde zurück in den Bahnhof Hammerbrook geschoben, damit alle Reisenden sicher aussteigen konnten. Zwei Fahrgäste mussten durch das Kriseninterventionsteam (KIT) des DRK betreut werden. Auch der Triebfahrzeugführer stand unter dem Eindruck des Erlebten und wurde zunächst von der Feuerwehr versorgt. Um 23:06 Uhr übergab die Polizei die Einsatzstelle an den Notfallmanager der S-Bahn.
Videoauswertungen der Bundespolizei bestätigten, dass sich zum Tatzeitpunkt zwei männliche Personen im Gleisbereich aufhielten. Während eine von der Bahn erfasst wurde, flüchtete die zweite Person nach dem Vorfall über den Bahnsteig aus dem Bahnhof. Diese Person konnte bislang nicht ermittelt werden. Gegen den 41-Jährigen leitete die Bundespolizei ein Strafverfahren wegen des Verdachts des gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr ein. Die weiteren Ermittlungen – darunter eine umfangreiche Videosichtung – führt der Ermittlungsdienst der Bundespolizeiinspektion Hamburg. Der genaue Ablauf des Geschehens wird ergebnisoffen untersucht.