Zwischen Murrhardt und Backnang hat ein 37-jähriger Mann am Dienstagabend, dem 28. April 2026, nach einer Fahrscheinkontrolle einen Zugbegleiter bedroht, drei Mitreisende beleidigt und grundlos die Notbremse gezogen. Die Bundespolizei Stuttgart ermittelt nun gegen den griechischen Staatsangehörigen wegen Bedrohung und gefährlichem Eingriff in den Bahnverkehr.
Gegen 22:15 Uhr fiel der Mann in einem Metropolexpress bei einer Fahrscheinkontrolle auf, weil er kein gültiges Ticket vorzeigen konnte. Als er den Zug in Sulzbach verlassen sollte, kam es dem aktuellen Kenntnisstand zufolge zu einem Handgemenge zwischen ihm und dem 59-jährigen Zugbegleiter, in dessen Verlauf der 37-Jährige sein Gegenüber mehrmals bedrohte. Anschließend soll der Tatverdächtige drei weitere unbeteiligte Reisende im Alter von 16 und 17 Jahren, alle deutsche Staatsangehörige, beleidigt und bedroht haben.
Im weiteren Verlauf versuchte der mutmaßliche Täter gewaltsam in den Führerstand zu gelangen – ohne Erfolg. Durch die Tür bedrohte er offenbar den 25-jährigen Triebfahrzeugführer, ebenfalls deutscher Staatsangehöriger, bevor er wohl grundlos die Notbremse betätigte. Der Zug wurde dadurch bei einer Geschwindigkeit von rund 90 km/h zu einer Schnellbremsung gezwungen. Nach aktuellem Ermittlungsstand verletzte sich dabei keiner der anwesenden Fahrgäste.
Alarmierte Kräfte der Landespolizei trafen den Tatverdächtigen beim Halt des Zuges in Backnang an und kontrollierten ihn. Der Vorfall verursachte eine Verspätung von 48 Minuten. Die Bundespolizeiinspektion Stuttgart hat ein Ermittlungsverfahren unter anderem wegen des Verdachts der Bedrohung und des gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr eingeleitet.