Telefonbetrüger haben am Montagmittag in Trossingen mit der Schockanruf-Masche über 80.000 Euro erbeutet. Die Täter gaben sich als Polizisten aus und behaupteten, die Angehörigen der Angerufenen hätten schwere Unfälle verursacht.
Am Vormittag erhielt ein Mann einen Anruf, in dem der Betrüger behauptete, seine Tochter habe einen Unfall verursacht. Dabei seien sie selbst und eine schwangere Frau schwer verletzt worden. Für die Behandlung und um eine drohende Haftstrafe abzuwenden, forderte der Anrufer 70.000 Euro. Ein ‚Herr Müller‘ werde das Geld abholen.
Gegen 11.30 Uhr übergab der besorgte Vater an seiner Wohnadresse einen größeren Geldbetrag an den unbekannten Abholer. Mit derselben Masche erbeuteten mutmaßlich die gleichen Betrüger wenig später bei einer älteren Frau ebenfalls über 10.000 Euro.
Die Polizei beschreibt den Geldabholer folgendermaßen: etwa 25 Jahre alt, ungefähr 170 Zentimeter groß, dunkle bis schwarze Haare. Er trug eine Bauch- oder Umhängetasche bei sich. Die Betrüger riefen gezielt russisch sprechende Personen an und führten die gesamten Gespräche auf Russisch.
Zeugen, denen der Mann am Vormittag in der Straße ‚In den Rosenäckern‘ oder gegen Mittag in der Kirchstraße aufgefallen ist, sollen sich unter 07424 9318-0 beim Revier Spaichingen melden.
Die Polizei warnt eindringlich vor dieser Betrugsmasche. Bei Schockanrufen sollten Betroffene sofort auflegen und über bekannte Nummern direkten Kontakt zu den angeblich verunglückten Angehörigen aufnehmen. Sind diese nicht erreichbar, sollte man sich nicht unter Druck setzen lassen und bei der Polizei unter 110 nachfragen.
Die Polizei betont: Echte Polizisten oder andere Amtsträger fragen niemals nach Wertsachen oder fordern Geld. Auch Bankmitarbeiter sollten ernst genommen werden, wenn sie vor möglichem Betrug warnen.
Als beste Prävention empfiehlt die Polizei, Telefonbucheinträge zu löschen, da Betrüger gezielt nach Vornamen suchen, die älteren Menschen zugeordnet werden. Weitere Informationen gibt es auf der Website der Polizeilichen Kriminalprävention unter polizei-beratung.de.