Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi startet bereits am Dienstag kurzfristige Warnstreiks bei der Deutschen Telekom. Grund für die Arbeitsniederlegungen ist das Scheitern der zweiten Verhandlungsrunde am Montag, die laut Verdi „enttäuschend“ verlief.
Die Streiks beginnen zunächst in sieben Bundesländern: Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Brandenburg. Weitere Standorte sollen im Verlauf der Woche folgen und an den Arbeitskämpfen teilnehmen.
„Die Arbeitgeberseite verkennt offensichtlich die Lebensrealität der Beschäftigten“, kritisierte Verdi-Verhandlungsführer Frank Sauerland. Er warf dem Management vor, aus Rekordumsätzen und Rekordergebnissen nur Rekorddividenden für Aktionäre abzuleiten und diese über die berechtigten Forderungen der Beschäftigten zu stellen. Die multiplen Krisen der vergangenen Jahre hätten die Reallohnentwicklung nachhaltig geschwächt und stellten die Beschäftigten weiterhin vor große Herausforderungen.
Verdi fordert in der diesjährigen Tarifrunde für bundesweit rund 60.000 Tarifbeschäftigte bei der Deutschen Telekom eine Lohnerhöhung von 6,6 Prozent bei einer Laufzeit des Tarifvertrags von zwölf Monaten. Zusätzlich will die Gewerkschaft die Einführung eines „Mitgliederbonus“ in Höhe von 660 Euro im Jahr durchsetzen.
Der Telekom-Konzern besteht nach Verdi-Angaben in Deutschland aus insgesamt 20 verschiedenen tarifgebundenen Konzernunternehmen, in denen jeweils eigenständige Tarifverträge gelten. Ein Großteil der Entgelttarifverträge hat eine Laufzeit bis zum 31. März 2026. Verdi und Deutsche Telekom hatten im Vorfeld der Tarifrunde eine Vereinbarung über gemeinsame Verhandlungen für diese Gesellschaften geschlossen.