1. Mai in Nürnberg: 35.000 Teilnehmer, Pyrotechnik und ein Hitlergruß

(Symbolbild)

Nürnberg – Die mittelfränkische Polizei hat am Freitag, dem 1. Mai 2026, drei Versammlungen und Veranstaltungen mit insgesamt rund 35.000 Teilnehmern im Nürnberger Stadtgebiet betreut. Das Polizeipräsidium Mittelfranken zieht in diesem Zusammenhang ein weitgehend positives Fazit – bei einzelnen Zwischenfällen.

Den größten Zulauf verzeichnete die traditionelle Eröffnung der Motorradsaison in der Münchener Straße. Bereits ab etwa 8:00 Uhr versammelten sich dort Motorradfahrende und Interessierte. Einsatzkräfte der Nürnberger Verkehrspolizeiinspektion, unterstützt durch den Ansbacher Einsatzzug, sperrten die Münchener Straße ab der Kreuzung zur Karl-Schönleben-Straße bis zur Auffahrt zur Autobahn 73. In der Spitze zählten die Beamten rund 25.000 Teilnehmer. Ab den Mittagsstunden machten sich die Motorradfahrer in individuellen Kleingruppen auf den Weg zu verschiedenen Zielen. Am frühen Nachmittag wurde die Sperrung aufgehoben und die Fahrbahn wieder für den Fahrzeugverkehr freigegeben. Nennenswerte Vorfälle ereigneten sich dabei nicht.

Am Kornmarkt begann um 10:00 Uhr eine Kundgebung mit Aufzug und anschließendem Maifest. An dem Aufzug, der durch Teile der Nürnberger Südstadt und der Innenstadt führte, nahmen rund 1.400 Personen teil. Noch vor Eintreffen des Aufzuges bauten mehrere Personen auf der Veranstaltungsfläche des Maifestes einen nicht angemeldeten Informationsstand auf. Da der Veranstaltungsleiter damit nicht einverstanden war, wies die Polizei der Gruppe eine Versammlungsfläche im Bereich des südlichen Hallplatzes zu. Die Personen kamen der Anordnung nach und begründeten dort eine Spontanversammlung. Gegen 12:00 Uhr errichtete eine weitere Gruppierung am Kornmarkt einen zweiten nicht angemeldeten Informationsstand. Auch dieser war vom Veranstaltungsleiter nicht erwünscht. Als die Personen sich weigerten, dem Aufforderung zum Verlassen des Geländes nachzukommen, setzte die Polizei das Hausrecht durch und trug dabei unter anderem eine Frau von der Örtlichkeit. Insgesamt nahmen an der Veranstaltung am Kornmarkt rund 6.000 Personen teil.

Gegen 11:00 Uhr fanden sich am Petra-Kelly-Platz zahlreiche Personen zur Auftaktkundgebung eines weiteren Aufzuges ein, der um 12:30 Uhr startete. Der Zug führte durch die Nürnberger Südstadt und die Innenstadt bis zu einem Straßenfest in Nürnberg-Gostenhof, wo die Versammlung gegen 15:00 Uhr vom Versammlungsleiter beendet wurde. In der Spitze nahmen rund 4.000 Personen teil.

Im Verlauf des Aufzuges kam es an verschiedenen Stellen zum Abbrennen von Pyrotechnik, Bengalo-Fackeln und Rauchtöpfen. Im Bereich des Steinbühler Tunnels zündeten bislang Unbekannte zudem mehrere Silvesterraketen. Drei Personen verschafften sich Zutritt auf das Dach eines Anwesens an der Färberstraße Ecke Dr.-Kurt-Schumacher-Straße und entrollten dort ein etwa 10 mal 10 Meter großes Transparent, das gegen die Teilnehmer des Aufzuges gerichtet war. Einsatzkräfte nahmen die drei Personen noch auf dem Dach vorläufig fest, stellten pyrotechnische Gegenstände sowie das Transparent sicher.

Darüber hinaus warf eine unbekannte Person aus dem Aufzug heraus eine Flasche in Richtung der Einsatzkräfte. Eine Frau zeigte im Bereich der Kernstraße einen Hitlergruß in Richtung der vorbeiziehenden Aufzugsteilnehmer. Gegen sie wird ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Die mittelfränkische Polizei war bei allen drei Einsätzen mit einer Vielzahl von Kräften vor Ort, unterstützt durch Einheiten der Bayerischen Bereitschaftspolizei.

» Weitere Polizeimeldungen