Stand 17:00 Uhr: Für die kommenden 6 bis 12 Stunden besteht in Deutschland kein nennenswertes Gewitterrisiko. Der Instabilitäts-Index liegt heute bei 5 von 10 – das klingt zunächst nach mittlerem Potenzial, doch die Temperaturen zwischen 7 und 11 Grad sind für konvektive Entwicklungen (also aufsteigende Luftmassen, die Gewitter antreiben) schlicht zu niedrig. Leichter Regen oder Nieselregen ist in der Nacht dagegen durchaus möglich: Die Niederschlagswahrscheinlichkeit liegt bei 52 Prozent, und bis zu knapp 2 Millimeter Regen können gebietsweise fallen. Wind spielt heute Abend eine untergeordnete Rolle – mit Böen um 27 km/h bleibt es ruhig. Gewittergefahr: keine.
Warum bleibt es trotz eines Instabilitäts-Index von 5 gewitterfrei? Der entscheidende Faktor ist die Kombination aus Jahreszeit, Temperatur und fehlender dynamischer Energie in der Atmosphäre. Zwar ist die Luft heute extrem feucht – die relative Luftfeuchte erreicht 93 Prozent, und der Taupunkt-Gradient (der Abstand zwischen Lufttemperatur und Taupunkt) beträgt nur 0,9 Grad Celsius. Das zeigt: Die Luft ist praktisch wasserdampfgesättigt. Für Gewitter braucht man jedoch zusätzlich starke Aufwinde, die durch Wärme oder Windscherung (unterschiedliche Windgeschwindigkeiten und -richtungen in verschiedenen Höhen) angetrieben werden. Beides fehlt heute. Die Böen erreichen maximal 27 km/h – weit unter dem kritischen Schwellenwert von 40 km/h, ab dem Windscherung konvektiv relevant wird. Der Instabilitäts-Index von 5 spiegelt hier vor allem die hohe Feuchte wider, nicht echte Gewitterenergie. Fazit: feuchte, trübe Herbstatmosphäre ohne konvektiven Antrieb.
Der Trend für Sonntag und die neue Woche ist klar beruhigend. Am Sonntag, 18. Oktober, fällt die relative Luftfeuchte deutlich auf 50 Prozent, die Niederschlagswahrscheinlichkeit sinkt auf 8 Prozent, und der Instabilitäts-Index geht auf 3 zurück – die Atmosphäre stabilisiert sich spürbar. Montag und Dienstag setzen diesen ruhigen Trend fort: trocken, Instabilitäts-Index weiterhin bei 3, keinerlei Niederschlagserwartung. Der Wind frischt am Montag leicht auf Böen bis 32 km/h auf, bleibt aber weit im harmlosen Bereich. Eine Gewitterlage ist in den nächsten vier Tagen für Deutschland nicht in Sicht – der Oktober zeigt sich von seiner stabilen, antizyklonalen Seite.
Auch wenn heute Abend keine Gewittergefahr besteht, lohnen sich ein paar praktische Hinweise für die feuchte Nacht: Die hohe Luftfeuchtigkeit von 93 Prozent sorgt für starke Nebelbildung, besonders in Tälern und Niederungen ab den späten Abendstunden. Autofahrer sollten die Sicht im Blick behalten und rechtzeitig Nebelscheinwerfer einschalten. Auf nassen Laubbelägen – jetzt in der Herbstsaison allgegenwärtig – können Straßen und Radwege spiegelglatt werden, besonders bei den erwarteten Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt in der Nacht auf Sonntag. Wer morgen früh unterwegs ist: Windschutzscheiben können beschlagen oder leicht bereift sein. Outdoor-Aktivitäten am Wochenende sind wettertechnisch unproblematisch – einfach warm und wasserfest anziehen.
