Aurich/Wittmund: Weniger Verkehrsunfälle, aber mehr Tote – Drastischer Anstieg bei Drogen am Steuer

(Symbolbild)

In den Landkreisen Aurich und Wittmund sind 2025 weniger Verkehrsunfälle passiert als im Vorjahr, doch mehr Menschen starben. Gleichzeitig stieg die Zahl der Fahrten unter Drogeneinfluss drastisch an. Das geht aus der Verkehrsunfallstatistik der Polizeiinspektion Aurich/Wittmund hervor.

Insgesamt registrierte die Polizei 4.878 Verkehrsunfälle – das sind 315 weniger als 2024 (5.193 Unfälle), ein Rückgang um 6,46 Prozent. 3.548 Unfälle ereigneten sich im Landkreis Aurich (2024: 3.725), 1.330 im Landkreis Wittmund (2024: 1.468).

Trotz weniger Unfälle kamen mehr Menschen ums Leben: 20 Verkehrsteilnehmer starben bei Unfällen, zwei mehr als im Vorjahr (18 Tote). „Dennoch ist jeder Unfalltote einer zu viel, das steht außer Frage“, sagt Leitender Polizeidirektor Stephan Zwerg. „Dass wir hier in unserem Bereich einen Anstieg zu verzeichnen haben, ist besorgniserregend.“ Die Polizei kann weder bei den Ursachen noch bei den Orten einen speziellen Schwerpunkt feststellen – die Ursachen seien sehr individuell.

Die Zahl der Schwerverletzten ging deutlich zurück: 147 Menschen wurden schwer verletzt, 52 weniger als 2024 (199) – ein Rückgang um 35,4 Prozent. Auch bei den Leichtverletzten sank die Zahl von 1.331 auf 1.170 (minus 13,8 Prozent). Allerdings wurden fünf Kinder schwer verletzt, davon eines unter sechs Jahren. Die meisten Schwerverletzten gab es in den Altersgruppen der 55- bis 64-Jährigen und 65- bis 74-Jährigen mit jeweils 24 Personen. 20 junge Fahrende zwischen 18 und 24 Jahren wurden schwer verletzt.

Besonders auffällig ist der sprunghafte Anstieg bei Fahrten unter Drogeneinfluss: Die Polizei registrierte 327 solcher Fälle, fast doppelt so viele wie 2024 (198). Auch die Fahrten unter Alkoholeinfluss stiegen von 194 auf 222. Verkehrsunfälle unter Alkohol- oder Drogeneinfluss nahmen von 98 auf 120 zu. Traurige Spitzenreiter waren ein 39-jähriger Autofahrer und ein 44-jähriger Fahrradfahrer, beide mit 3,64 Promille. Bei einer 50-jährigen Autofahrerin wurden 3,11 Promille gemessen.

„Das ist erschreckend“, sagt Polizeihauptkommissar Hartmut Detmers, Sachgebietsleiter Verkehr. „Verkehrsteilnehmer unter Alkohol- oder Drogeneinfluss sind ein unkalkulierbares Risiko für sich selbst und andere.“ Der Anstieg bei Drogenfahrten ist auch auf intensivierte Kontrollen und die veränderten gesetzlichen Rahmenbedingungen beim Cannabis zurückzuführen.

Positiv entwickelte sich die Situation bei Fahrrad- und Pedelec-Unfällen: Die Zahl der verletzten Pedelec-Fahrenden sank von 203 auf 162. Bei Schwerverletzten ging die Zahl von 38 auf 26 zurück, bei Leichtverletzten von 161 auf 132. Auch bei Fahrradfahrenden sanken die Verletzten von 311 auf 256, die Schwerverletzten von 43 auf 20. Insgesamt gingen die Pedelec-Unfälle von 229 auf 178 zurück, Fahrradunfälle von 381 auf 336 – ein Rückgang um 18,7 Prozent.

Dennoch starben zwei Fahrradfahrende und vier Pedelec-Fahrende. Die Polizei führt den Rückgang auf verstärkte Präventions- und Kontrollmaßnahmen, Verbesserungen der Radverkehrsinfrastruktur und ein stärkeres Sicherheitsbewusstsein zurück.

Bei E-Scootern blieb die Unfallzahl konstant bei 47 Fällen, davon 34 mit Verletzten. Die Schwerverletzten sanken von fünf auf einen, die Leichtverletzten blieben bei 33. „Diese Entwicklung ist auch auf unsere Präventionsarbeit und die verstärkten Kontrollen in diesem Bereich zurückzuführen“, so Zwerg.

Die Baumunfälle stiegen leicht von 99 auf 105. Dabei wurden 77 Menschen verletzt, vier starben. Bei motorisierten Zweirädern blieben die Unfallzahlen nahezu konstant: 186 Unfälle 2025 gegenüber 191 im Vorjahr. Davon waren 82 Motorradunfälle und 104 mit kleineren motorisierten Zweirädern. 31 Menschen wurden schwer verletzt (konstant), drei starben (wie im Vorjahr), die Leichtverletzten stiegen leicht von 108 auf 112.

Die Hauptunfallursachen waren fehlender Sicherheitsabstand, Fehler beim Abbiegen und Vorfahrtsverstöße. Auch Geschwindigkeit bleibt eine der Hauptursachen. Die Polizei will 2026 die Schwerpunkte Geschwindigkeit und Verkehrstüchtigkeit verstärkt verfolgen. Die Polizeidirektion Osnabrück setzt zusätzlich einen eigenen Schwerpunkt beim Zweiradverkehr.

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