Die Bundespolizeidirektion München hat bei Grenzkontrollen in Bayern zwischen September 2024 und April 2026 insgesamt 19.541 unerlaubte Einreisen festgestellt. Den größten Anteil machten dabei Grenzübertritte aus Österreich mit 15.223 Fällen aus, während 4.318 Personen unerlaubt über die tschechische Grenze einreisten.
Seit der Wiedereinführung der Binnengrenzkontrollen am 16. September 2024 konnten die Beamtinnen und Beamten 12.569 Personen unmittelbar an der Grenze zurückweisen oder zurückschieben. Davon entfielen 11.408 auf die österreichische Grenze und 1.161 auf die tschechische Grenze. Zusätzlich wurden 705 Personen an der Einreise gehindert, weil sie eine Wiedereinreisesperre für Deutschland besaßen – 622 an der österreichischen und 83 an der tschechischen Grenze.
Bei den Kontrollen nahmen die Bundespolizisten 981 Schleuser vorläufig fest, davon 912 an der österreichischen und 69 an der tschechischen Grenze. Als sogenannter Beifang konnten 4.182 offene Haftbefehle vollstreckt werden, wobei 3.360 Fälle an der österreichischen und 822 an der tschechischen Grenze registriert wurden.
Besondere Aufmerksamkeit erhielten 314 Personen aus dem extremistischen Spektrum, die bei den Kontrollen festgestellt wurden. Diese verteilen sich auf 243 Personen an der österreichischen und 71 an der tschechischen Grenze und stammten aus dem links-, rechts- und ausländerextremistischen sowie dem islamistischen Bereich.
Für den Zeitraum seit Mai 2025 bis April 2026 weist die Statistik 11.168 unerlaubte Einreisen aus, davon 8.508 über Österreich und 2.660 über Tschechien. In diesem Zeitraum erfolgten 7.640 Zurückweisungen oder Zurückschiebungen, wovon 487 Fälle nach Paragraf 18 Absatz 2 des Asylgesetzes behandelt wurden. Bei 36 Personen handelte es sich um vulnerable Gruppen, hauptsächlich an der österreichischen Grenze mit 35 Fällen.
Die Grenzkontrollen betreffen seit September 2024 alle landseitigen Schengenbinnengrenzen Deutschlands, einschließlich der Grenzen zu Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Luxemburg und Dänemark. An den Grenzen zu Polen, Tschechien, Österreich und der Schweiz fanden bereits zuvor vorübergehend wiedereingeführte Binnengrenzkontrollen statt. Die Maßnahmen dienen dem Schutz der inneren Sicherheit und der Reduzierung irregulärer Sekundärmigration.
Die Bundespolizei weist darauf hin, dass es sich bei den Daten um Zahlen der Polizeilichen Eingangsstatistik bis März 2026 handelt, die sich aufgrund von Nacherfassungen oder Qualitätssicherungsmaßnahmen noch geringfügig ändern können. Die April-Daten basieren auf einem Sondermeldedienst.