Datenquellen und Methodik: Verkehrsunfälle

Diese Seite belegt, woher die Zahlen in unseren Verkehrsunfall-Artikeln stammen
und wie sie berechnet werden.
Alle Quellen sind amtlich und frei zugänglich; die
Links führen direkt zu den Originaldaten.

Die Datenquellen

1. Unfallatlas — jeder Unfall mit Personenschaden, punktgenau

Herausgeber: Statistische Ämter des Bundes und der Länder. Enthält jeden polizeilich
erfassten Unfall mit Personenschaden mit Koordinate, Datum, Stunde, Wochentag,
Lichtverhältnis, Straßenzustand und den beteiligten Verkehrsarten.
Jahrgänge 2016 bis 2025, bei uns 2.320.969 Einzelunfälle.
Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Namensnennung – Version 2.0.

2. Straßenverkehrsunfälle nach Kreisen (GENESIS 46241)

Herausgeber: Statistische Ämter des Bundes und der Länder. Amtliche Jahressummen je
Kreis, 2000 bis 2024 lückenlos: Unfälle insgesamt, Unfälle mit
Personenschaden, Getötete, Verletzte. Diese Reihe liefert die belastbaren Absolutzahlen.

3. Fahrzeugbestand (Kraftfahrt-Bundesamt)

Reihe FZ 1 für Zulassungsbezirke und FZ 3 für Gemeinden,
jeweils zum 1. Januar. FZ 3 weist auch die Zahl der gewerblichen Halterinnen und Halter aus —
wir rechnen sie heraus, damit Leasing- und Firmenflotten die Motorisierung kleiner Orte nicht
verfälschen. Bei uns 10.747 Gemeinden, Jahrgänge 2024 bis 2026.
Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Namensnennung – Version 2.0.

4. Verkehrsunfallberichte der Länder

Wo vorhanden, ergänzen wir die Jahresberichte der Landespolizeien und Statistischen
Landesämter. Sie enthalten Unfallursachen, benannte Unfallschwerpunkte und Angaben zu
Risikogruppen, die der Unfallatlas nicht führt. Ausgewertet werden derzeit
Schleswig-Holstein, Hamburg, Berlin, Baden-Württemberg und Bayern.

5. Einwohnerzahlen und Flächen

Amtliches Gemeindeverzeichnis des Statistischen Bundesamtes. Daraus berechnen wir die
Einwohnerdichte je Gemeinde und Kreis.

Wie wir rechnen

Vergleichsgruppen statt bloßem Bundesdurchschnitt

Ein Kreis mit dichter Bebauung und wenigen Autos ist mit einem ländlichen Kreis nicht
sinnvoll vergleichbar. Wir stellen deshalb jeden Ort zusätzlich zum
Bundeswert seinen fünf strukturell ähnlichsten Orten gegenüber.

  • Kreise werden nach Einwohnerdichte und Pkw je 1.000 Einwohner verglichen.
  • Städte zusätzlich nach Einwohnerzahl, und die Motorisierung wird um
    gewerbliche Halter bereinigt.

Einwohnerzahl und Dichte gehen logarithmisch in den Abstand ein, weil die Dichte in
Deutschland von rund 65 bis 4.800 Einwohnern je Quadratkilometer reicht und sonst jeden
Vergleich dominieren würde.

Größenklassen

Verglichen wird nur innerhalb einer Größenklasse: kleine Städte unter 20.000, mittlere
Städte 20.000 bis 100.000, Großstädte 100.000 bis 500.000 und Metropolen ab 500.000
Einwohnern. Der Grund ist die stark unterschiedliche Unfallzusammensetzung: In Orten unter
20.000 Einwohnern ist an 25,0 Prozent der Unfälle ein Fahrrad beteiligt, in Metropolen an
38,4 Prozent. Der Anteil schwerer Unfälle verläuft umgekehrt, von 21,9 auf 11,4 Prozent.
Bei Großstädten und Metropolen berichten wir deshalb über die Zusammensetzung, nicht über
die Unfallquote.

Wann wir nichts schreiben

Ein Vergleichsabsatz entsteht nur, wenn ein Ort um mindestens 15 Prozent
von seiner Vergleichsgruppe abweicht und mindestens 60 Unfälle in drei
Jahren zugrunde liegen. Liegt ein Ort im Rahmen, ist das keine Nachricht — dann steht dort
auch nichts.

Abdeckungskorrektur

Der Unfallatlas erfasst nicht alle amtlich gezählten Unfälle, und der Anteil ist je
Bundesland verschieden: 2024 zwischen 82,4 Prozent in Niedersachsen und 96,3 Prozent in
Sachsen. Ohne Korrektur würde man Erfassungsgrade vergleichen statt Unfälle. Wir rechnen
die Zahl jeder Gemeinde deshalb auf das amtliche Niveau ihres Bundeslandes hoch. Die
Mindestfallzahl gilt weiterhin für die tatsächlich gezählten Unfälle.

Was diese Daten nicht können

  • Keine Gesamtsummen aus dem Unfallatlas. Er erfasst 88 bis 92 Prozent
    der amtlich gezählten Unfälle und eignet sich für Anteile und räumliche Muster, nicht für
    absolute Zahlen. Dafür nutzen wir die amtlichen Jahressummen.
  • Pedelecs werden nicht getrennt ausgewiesen. Der Unfallatlas kennt nur
    „Fahrradbeteiligung“; Pedelecs sind darin enthalten. Nur einzelne Landesberichte weisen sie
    gesondert aus.
  • Unfallquoten je Einwohner messen in Tourismusorten etwas anderes. Die
    Unfälle geschehen vor Ort, die Einwohnerzahl ist die Bezugsgröße — Urlaubs- und
    Durchgangsorte erscheinen dadurch auffälliger, als sie im Alltag sind.
  • Gebietsreformen unterbrechen Zeitreihen. Ändert sich ein
    Gemeindeschlüssel, sind Werte davor und danach nicht ohne Weiteres vergleichbar.

Rohdaten

Die aufbereiteten Tabellen, die diesen Auswertungen zugrunde liegen, stellen wir
angemeldeten Nutzerinnen und Nutzern zum Download bereit. Die Quellenangaben und die
Methodik auf dieser Seite sind frei zugänglich und bleiben es.

Für den Download der Rohdaten ist eine Anmeldung nötig. Die Quellenangaben und die Methodik auf dieser Seite bleiben frei zugänglich.

  • Vergleichsdaten Kreise — Alle 398 Kreise mit Einwohnerdichte, Motorisierung, Unfallzahl und Unfallquote.
  • Vergleichsdaten Gemeinden — Gemeinden ab 60 Unfällen mit Größenklasse, Dichte, privater Motorisierung, Rad- und Fußgängeranteil sowie der angewandten Abdeckungskorrektur.
  • Abdeckung des Unfallatlas je Bundesland — Vergleich der Punktdaten mit den amtlichen Summen, Grundlage der Korrektur.

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Stand: 3. September 2026. Fragen zur Methodik beantwortet die Redaktion.