Görlitz – Mit einem gefälschten Ausweis und einem gefälschten Führerschein wollte ein lettischer Staatsangehöriger am Mittwoch gegen 14 Uhr die Grenzkontrolle am Grenzübergang Görlitz Stadtbrücke passieren. Der Mann saß als Insasse in einem polnischen Pkw. Was er nicht wusste: Gegen ihn lag ein internationaler Haftbefehl der lettischen Behörden wegen Erpressung vor.
Bereits beim ersten Blick auf das vorgelegte Dokument wurden die Bundespolizisten misstrauisch. Statt eines echten Ausweises zeigte der Mann den Beamten lediglich ein Handyfoto seiner angeblichen lettischen ID-Karte und gab an, das Original verloren zu haben. Bei genauerer Prüfung des Fotos ergaben sich erste Zweifel an der Echtheit. Eine Abfrage der Dokumentennummer in den polizeilichen Fahndungssystemen bestätigte den Verdacht: Die ID-Karte war bereits zur Fahndung ausgeschrieben.
Über einen Fingerabdruckabgleich konnten die Beamten die wahre Identität des Mannes feststellen – und dabei zutage fördern, dass die lettischen Behörden ihn per internationalem Haftbefehl wegen Erpressung suchen. Der Mann wurde festgenommen.
Bei der anschließenden Durchsuchung stießen die Beamten auf einen weiteren gefälschten Führerschein, der ebenso wie der falsche Ausweis auf dieselben fingierten Personalien ausgestellt war. Auf Nachfrage räumte der Mann ein, den Führerschein bewusst nicht vorgezeigt zu haben, weil er befürchtet habe, dies könne den Beamten sofort auffallen. Beide gefälschten Dokumente wurden sichergestellt. Die Bundespolizei leitete ein Strafverfahren wegen Urkundenfälschung ein. Im Laufe des Tages sollte der Mann einem Richter vorgeführt werden, um den internationalen Haftbefehl zu vollstrecken.