Göttingen: Weniger Verkehrstote und Schwerverletzte bei mehr Unfällen mit Personenschaden

Leiter Einsatz der Polizeiinspektion Göttingen: Polizeidirektor Niklas Fuchs

Die Polizeiinspektion Göttingen hat am Dienstag (14.04.2026) ihre Verkehrsunfallstatistik 2025 für Stadt und Landkreis Göttingen vorgelegt. Die Zahlen zeigen eine differenzierte Entwicklung: Während die Gesamtzahl der registrierten Verkehrsunfälle erneut zurückging, stieg die Anzahl der Unfälle mit Personenschaden leicht an. Positiv hervorzuheben ist die deutliche Reduktion bei Verkehrstoten und Schwerverletzten.

Insgesamt registrierte die Polizei 2025 ohne die Bundesautobahnen A7 und A38 in Stadt und Landkreis Göttingen 7.649 Verkehrsunfälle. Das entspricht einem Rückgang um 300 Fälle gegenüber 2024 mit 7.949 Unfällen. Gleichzeitig stieg die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden von 987 auf 1.012. Die Zahl der Wildunfälle sank von 1.075 auf 1.017.

„Die Verkehrsunfallstatistik 2025 zeigt, dass sich intensive Verkehrssicherheitsarbeit, Kontrollen, Prävention und die Sensibilisierung der Menschen im Straßenverkehr durchaus auswirken können“, erklärte Polizeidirektor Niklas Fuchs, Leiter Einsatz der Polizeiinspektion Göttingen. „Der erneute Rückgang der Gesamtunfallzahlen und die deutlich gesunkene Zahl tödlich verlaufener Verkehrsunfälle sind ermutigende Signale. Gleichzeitig bleibt aber festzuhalten, dass jeder schwere Verkehrsunfall einer zu viel ist.“

Bei den Verkehrsunfallfluchten wurden 2.102 Fälle registriert, nach 2.183 im Jahr 2024. In 887 Fällen konnten die Verursacher ermittelt werden, was einer Aufklärungsquote von 42,2 Prozent entspricht. Bei Verkehrsunfallfluchten mit Personenschaden lag die Aufklärungsquote bei 53,3 Prozent.

Die Zahl der verletzten Verkehrsteilnehmer stieg von 1.188 auf 1.271. Dramatisch gesunken ist jedoch die Zahl der Verkehrstoten von 12 auf 4. Auch die Anzahl der Schwerverletzten reduzierte sich von 148 auf 139. Die Leichtverletzten nahmen dagegen von 1.028 auf 1.128 zu.

Nach Verkehrsteilnahme aufgeschlüsselt stieg die Zahl der verletzten Pkw-/Busfahrer und Insassen von 602 auf 687. Bei Moped- und Leichtkraftradfahrern erhöhte sie sich von 50 auf 79, bei Kradfahrern von 87 auf 93. Die Zahl der verletzten Fußgänger stieg von 101 auf 107. Rückläufig war die Entwicklung bei Rad- und Pedelecfahrern, die von 294 auf 252 sank. Bei E-Scooter-Fahrern blieb das Niveau mit 53 verletzten Personen nahezu unverändert.

Im Göttinger Stadtgebiet gingen die Gesamtunfallzahlen von 3.591 auf 3.405 zurück. Auch Unfälle mit Personenschaden sanken von 468 auf 449. Bei den Unfallfolgen zeigt sich ein gemischtes Bild: Die Zahl der Leichtverletzten verringerte sich von 511 auf 498, während die Schwerverletzten von 28 auf 34 stiegen. Ein Fußgänger erlitt im Stadtgebiet tödliche Verletzungen.

Im Landkreis Göttingen wurden 4.244 Verkehrsunfälle registriert – 114 weniger als im Vorjahr. Die Unfälle mit Personenschaden stiegen jedoch von 519 auf 563. Die Schwerverletzten sanken von 120 auf 105, die Getöteten von 12 auf 3. Die Leichtverletzten stiegen von 517 auf 630.

Besonders alarmierend ist der Anstieg bei verletzten Kindern im Alter von 0 bis 14 Jahren von 50 auf 74. Davon wurden 70 Kinder leicht und 4 schwer verletzt. Wie im Vorjahr kam kein Kind ums Leben. Von den verletzten Kindern waren 42 zu Fuß, mit dem Fahrrad oder E-Scooter unterwegs, 32 wurden als Mitfahrende in Fahrzeugen verletzt.

„Diese Entwicklung ist für uns ein deutliches Warnsignal“, betonte Fuchs. „Kinder zählen zu den schwächsten Verkehrsteilnehmern überhaupt. Sie reagieren spontan, lassen sich leichter ablenken und können komplexe Verkehrssituationen oft noch nicht sicher einschätzen.“ Die Polizei beteiligt sich am 21.06.2026 am Aktionstag „Schule aber sicher“, der vom Göttinger Tageblatt organisiert wird.

Bei jungen Erwachsenen zwischen 18 und 24 Jahren stieg die Zahl der Verletzten von 210 auf 228, während die Schwerverletzten von 30 auf 19 sanken. Bei Fahranfängern stieg die Zahl der Leichtverletzten von 118 auf 134, die der Schwerverletzten sank von 20 auf 15. Wie im Vorjahr kam in dieser Altersgruppe niemand ums Leben.

Positiv entwickelte sich die Lage bei über 65-jährigen Verkehrsteilnehmern. Die Zahl der verletzten Senioren sank von 197 auf 183. Die Schwerverletzten gingen von 43 auf 38, die Leichtverletzten von 148 auf 144 zurück. Eine Person dieser Altersgruppe verlor 2025 ihr Leben, im Vorjahr waren es sechs.

Die Polizei setzt weiterhin auf das Projekt „Göttinger Senioren sind mobil – sicher ans Ziel!“ sowie die Präventionsmaßnahme „Sicherheit erfahren“, eine geführte Themenradtour für Verkehrsteilnehmer ab 60 Jahren.

Im Göttinger Stadtgebiet sank die Zahl der verletzten Rad- und Pedelecfahrer deutlich von 216 auf 168. 157 wurden leicht, 11 schwer verletzt. Tödliche Verletzungen gab es wie im Vorjahr nicht.

Bei Kradfahrern stieg die Zahl der Verletzten von 87 auf 93, während die Schwerverletzten von 30 auf 16 sanken. Im Gegensatz zum Vorjahr mit vier getöteten Motorradfahrern gab es 2025 keinen tödlichen Kradunfall. Die Polizei bietet am 29.08.2026 die „Biker Safety Tour“ an.

E-Scooter-Unfälle blieben auf hohem Niveau stabil. Nach 76 Unfällen 2024 wurden 2025 77 E-Scooter-Unfälle registriert. Die Zahl der verletzten E-Scooter-Fahrer sank leicht von 54 auf 53, die Schwerverletzten stiegen jedoch von 4 auf 6.

Auf den Bundesautobahnen A7 und A38 ging die Zahl der Verkehrsunfälle von 887 auf 779 zurück. Die Unfälle mit Personenschaden stiegen jedoch deutlich von 112 auf 137. 178 Personen wurden leicht, 28 schwer und 4 tödlich verletzt. 2024 hatte es auf beiden Autobahnen keine Verkehrstoten gegeben. Bei zwei tödlichen Unfällen 2025 waren die Sicherheitsgurte nicht angelegt. Die Polizei führt am 25.08.2026 einen Lkw-Sicherheitstag durch.

„Die Verkehrsunfallstatistik 2025 zeigt ein insgesamt differenziertes Bild“, resümierte Fuchs. „Weniger Unfälle insgesamt und deutlich weniger schwere Unfallfolgen stehen Entwicklungen gegenüber, die weiterhin besondere Aufmerksamkeit erfordern. Verkehrssicherheitsarbeit bleibt eine Daueraufgabe. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei in diesem Jahr auf den Hauptunfallursachen ‚Geschwindigkeit‘ und ‚mangelnde Fahrtüchtigkeit‘ im Straßenverkehr.“