Bei einer groß angelegten Verkehrskontrolle der Polizeidirektion Göttingen sind vom 21. bis 23. April 76 Fahrzeugführer unter Alkohol-, Drogen- oder Medikamenteneinfluss erwischt worden. Die Beamten kontrollierten an verschiedenen Stellen rund 1500 Fahrzeuge und stellten dabei eine Vielzahl von Verkehrsstraftaten fest.
An der Großkontrolle waren über 200 Kräfte aus den Polizeidirektionen Göttingen, Hannover und Lüneburg sowie aus sieben weiteren Bundesländern im Einsatz. Unterstützt wurden sie von Einheiten des Zolls, des Technischen Hilfswerks und des Deutschen Roten Kreuzes. Die Kontrollstellen befanden sich in den Regionen Hildesheim, Nienburg/Schaumburg, Hameln-Pyrmont/Holzminden und Göttingen. Im Bereich Northeim fanden mobile Kontrollen statt.
„Derartige Verkehrskontrollen auf Alkohol- und Drogenmissbrauch sind zwingend erforderlich“, sagte Michael Weiner, Vizepräsident der Polizeidirektion Göttingen, der am Donnerstag selbst bei der Kontrolle in Hildesheim war. „Die Ergebnisse unterstreichen dieses leider eindrucksvoll. Wir können so Unfälle mit schwersten Folgen im Vorfeld verhindern. Das rettet Leben.“
Den Auftakt machte am 21. April eine Kontrolle an der B217 im Groß-Hilligsfeld bei Hameln. 73 Kräfte überprüften 473 Fahrzeuge und stellten 16 Fahrer unter Drogen- oder Medikamenteneinfluss und zwei unter Alkoholeinfluss fest. 18 Mal wurde eine Blutentnahme angeordnet, in 28 Fällen die Weiterfahrt untersagt. Fünf Fahrer hatten keine Fahrerlaubnis. Besonders kurios: Ein Fahrschüler wurde während einer Fahrschulstunde positiv auf THC getestet.
Am 22. April kontrollierten 63 Einsatzkräfte in Lauenau und Bad Nenndorf 462 Personen. 20 Fahrzeugführer standen unter Drogen- oder Medikamenteneinfluss, zwei weitere hatten sowohl Alkohol als auch Drogen konsumiert. 22 Blutentnahmen wurden angeordnet. Ein 25-Jähriger, der positiv auf THC getestet wurde, hatte falsche Kennzeichen an seinem nicht zugelassenen Auto montiert. Ein 20-Jähriger zeigte körperliche Auffälligkeiten, die auf den Konsum sogenannter Legal Highs hindeuteten.
Bei den Kontrollen in Hildesheim am 23. April überprüften 63 Kontrollkräfte – darunter 21 Beamte aus Hamburg, Bremen, Sachsen, Nordrhein-Westfalen, Thüringen, Bayern und Hessen – 412 Fahrzeuge und 431 Personen. 14 Fahrer standen unter Drogen- oder Medikamenteneinfluss, 13 weitere hatten Alkohol und Drogen konsumiert. In 27 Fällen wurden Blutentnahmen angeordnet, vier Führerscheine beschlagnahmt. Ein 36-Jähriger war mit einem nicht zugelassenen Auto unterwegs, dessen Kennzeichen er aus Fragmenten, Klebeband und Eisstielen zusammengebastelt hatte. Er hatte keinen Führerschein und stand unter Einfluss von Alkohol (1,4 Promille), THC und Amphetaminen.
Im Bereich Göttingen kontrollierten 26 Einsatzkräfte an der A38-Anschlussstelle Arenshausen 94 Fahrzeuge und 145 Personen. Sechs Fahrer standen unter THC-Einfluss, einer unter Alkoholeinfluss. Bei den mobilen Kontrollen in Northeim überprüften zwölf Beamte 67 Fahrzeuge. Ein Fahrer hatte 2,43 Promille Alkohol im Atem sowie Amphetamine konsumiert, ein weiterer stand unter THC-Einfluss.
Das Thema Fahrtüchtigkeit ist in diesem Jahr erneut Landesschwerpunkt der niedersächsischen Polizei. Die Behörden begründen die verstärkten Kontrollen auch mit dem vor zwei Jahren eingeführten Cannabislegalisierungsgesetz und der Anhebung des THC-Grenzwertes im Blut, was das Risiko für drogenbedingte Verkehrsunfälle erhöhen könnte.