Bei einer ganztägigen Verkehrskontrolle im Rahmen der europaweiten Aktion „ROADPOL Speed“ hat die Hamburger Polizei am Mittwoch knapp 3.390 Geschwindigkeitsverstöße festgestellt. Über 260 Polizisten führten von 6 bis 22 Uhr im gesamten Stadtgebiet mobile und stationäre Kontrollen durch.
Die Verkehrsdirektion 1 leitete die Aktion, an der Beamte der Verkehrsdirektionen, Polizeikommissariate, Landesbereitschaftspolizei sowie Nachwuchskräfte der Polizeiakademie und Angestellte im Polizeidienst teilnahmen. Sie nutzten alle verfügbaren mobilen Messanlagen, Handlasermessgeräte und werteten stationäre Messanlagen aus.
Zusätzlich überprüften die Einsatzkräfte 570 Fahrzeuge und 604 Personen. Dabei leiteten sie verschiedene Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren ein: acht Mal Fahren ohne Fahrerlaubnis, vier Verstöße gegen das Pflichtversicherungsgesetz, einmal Fahren unter Alkoholeinfluss und ein sonstiges Strafverfahren.
Bei den Ordnungswidrigkeiten registrierten die Beamten 158 Verstöße im ruhenden Verkehr, 36 Mal verbotswidrige Handynutzung (davon drei Radfahrer), 114 Fehler beim Abbiegen oder Wenden, 17 Verstöße gegen rote Ampeln (davon zwei Radfahrer), 14 sonstige Verstöße, 13 Verstöße gegen die Anschnallpflicht, vier Missachtungen des Überholverbots, zwei Mal Fahren unter Betäubungsmitteln und einmal ein nicht ordnungsgemäß gesichertes Kind.
Die Polizei stellte außerdem 32 Mängelmeldungen wegen technischer Mängel oder nicht mitgeführter Dokumente aus. Die Verkehrsdirektion 6 führte Aufklärungsgespräche und verteilte Informationsmaterialien, besonders an ungeschützte Verkehrsteilnehmer.
Mehrere besondere Vorfälle prägten die Kontrollaktion: Ein 62-jähriger deutscher Autofahrer wurde zunächst wegen eines nicht angelegten Sicherheitsgurtes angehalten. Der Atemalkoholtest ergab 1,35 Promille, woraufhin ein Strafverfahren wegen Trunkenheit im Straßenverkehr eingeleitet wurde.
Spezialisten der Dienstgruppe Autoposer stoppten einen Porsche Cayenne, dessen Endschalldämpfer manipuliert worden war. Der Schalldämpfer war mit einer Flex aufgetrennt und durch ein durchgehendes Rohr ersetzt worden, wodurch das Standgeräusch um ein Vielfaches lauter war als zulässig. Die 47-jährige Fahrerin erwartet ein Bußgeld von 135 Euro und einen Punkt im Fahreignungsregister, dem Fahrzeughalter drohen zusätzliche Verfahrenskosten von über 1.000 Euro. Der Porsche wurde zur Begutachtung durch einen Sachverständigen sichergestellt.
Im Bereich Jüthornstraße/Robert-Schumann-Brücke kontrollierte die Fahrrad-Dienstgruppe der Verkehrsstaffel Ost abbiegende Lkw über 3,5 Tonnen mit Handlasermessgeräten. Sieben von etwa 20 beobachteten Lkw überschritten die zulässige Abbiegegeschwindigkeit von maximal 7 km/h. Die höchste gemessene Abbiegegeschwindigkeit betrug 17 km/h. Die Fahrer erwarten jeweils 70 Euro Bußgeld und einen Punkt im Fahreignungsregister.
Auf der B 75 erwischten die Beamten einen 41-jährigen BMW-Fahrer mit 152 km/h bei erlaubten 80 km/h. Ihn erwarten 700 Euro Bußgeld und zwei Punkte in Flensburg.
Hintergrund der Aktion sind die alarmierenden Unfallzahlen: Im vergangenen Jahr wurden bei über 1.260 Verkehrsunfällen Menschen infolge von Geschwindigkeitsverstößen und Missachtungen des Sicherheitsabstands verletzt. Mit annähernd 15 Prozent waren dies die vorherrschenden Unfallursachen. Die Polizei Hamburg kündigte an, auch künftig entsprechende Aktionen zur Verkehrssicherheit durchzuführen.