Seit März 2026 hat die Kreispolizeibehörde Lippe mit Polizeidirektorin Jennifer Kockel eine neue Leiterin der Direktion Gefahrenabwehr und Einsatz. Sie tritt die Nachfolge von Polizeidirektor Christian Peters an, der im Februar in den Leitungsstab des Polizeipräsidiums Bielefeld gewechselt ist.
Kockel bringt umfangreiche Führungserfahrung mit nach Lippe. Zuletzt war sie im Polizeipräsidium Bielefeld als Leiterin des Dezernats ZA 3 (Zentrale Aufgaben) tätig. Zuvor leitete sie drei Jahre lang die Führungsstelle der Direktion Gefahrenabwehr und Einsatz in Gütersloh. Bereits bis Anfang 2018 war sie in Lippe beschäftigt – damals in ihrer ersten Verwendung im höheren Dienst als Leiterin der Direktion Verkehr.
Die Volljuristin ist Direkteinsteigerin in den höheren Polizeivollzugsdienst. Nach ihrem Jurastudium entschied sie sich bewusst für eine Laufbahn bei der Polizei. „Der Einsatzbereich hat mich schon immer besonders gereizt“, sagt Kockel. Umso mehr freue sie sich, nun die entsprechende Direktion führen zu können.
In den ersten Wochen hat sich die neue Direktionsleiterin einen Überblick verschafft. Ihr Eindruck ist durchweg positiv: „Ich habe eine sehr gut und breit aufgestellte Direktion vorgefunden – mit einem engagierten Team der Führungsstelle, das sich hervorragend ergänzt und in die Direktion hineinwirkt.“ In den kommenden Monaten möchte sie die verschiedenen Polizeiwachen persönlich besuchen und den Austausch mit den Mitarbeitenden weiter vertiefen.
Eine der zentralen Herausforderungen der nächsten Jahre sieht Kockel in der Personalentwicklung. Durch anstehende Pensionierungen wird es zu Veränderungen in den Führungsstrukturen kommen. Gleichzeitig rücken viele junge Kräfte nach. „Es wird darauf ankommen, diese Kolleginnen und Kollegen gezielt zu entwickeln und Wissen zu sichern“, so Kockel. Dabei legt sie Wert auf Leistung und Eignung.
Themen wie die demokratische Verantwortung spielen für jede polizeiliche Führungskraft eine große Rolle. Ein klares Werteverständnis sei ebenso entscheidend wie eine gute technische Ausstattung: „Wir haben als Polizei besondere Befugnisse – damit geht eine besondere Verantwortung einher.“
Besondere Rahmenbedingungen sieht die neue Leiterin in der Größe des lippischen Kreisgebiets. „Die Wege sind länger als in Großstädten, Unterstützung ist nicht immer sofort vor Ort. Das erfordert ein umsichtiges und häufig deeskalierendes Vorgehen.“ Dies werde in der Direktion bereits sehr gut umgesetzt.
Mit Blick auf die öffentliche Wahrnehmung der Polizei betont Kockel die Bedeutung von Transparenz, sieht aber auch Herausforderungen im Umgang mit neuen Medien: „Es ist grundsätzlich gut, wenn polizeiliches Handeln durch die Öffentlichkeit beobachtet wird.“ Gleichzeitig äußert sie Unverständnis dafür, dass Einsätze häufig gefilmt und verbreitet werden – insbesondere, wenn dabei Persönlichkeitsrechte von Betroffenen oder Unfallopfern nicht ausreichend berücksichtigt werden. Sie appelliert an die Öffentlichkeit, verantwortungsvoll mit entsprechenden Aufnahmen umzugehen oder sie im besten Fall ganz zu unterlassen.
Als Führungskraft setzt sich Jennifer Kockel zudem für eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein. Teilzeitmodelle sollten selbstverständlich für Frauen und Männer gleichermaßen gelten. „Kinder dürfen kein Nachteil für die Karriere sein“, betont sie und hebt die Polizei insgesamt als attraktiven Arbeitgeber hervor. Die Direktionsleiterin lebt mit ihrer Familie in Bielefeld.