Im Landkreis Harburg sind 2025 weniger Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen als im Vorjahr. Die Polizeiinspektion Harburg registrierte sieben Verkehrstote gegenüber neun im Jahr 2024. Insgesamt erfassten die Beamten 6.974 Verkehrsunfälle – 56 weniger als 2024.
Besonders tragisch verlief ein Unfall, bei dem ein Mann beim Rasenmähen des Seitenstreifens von einem vorbeifahrenden Traktor erfasst wurde und mehrere Tage später verstarb. Drei Motorradfahrer kamen ums Leben: Eine Frau und ein Mann verunfallten aufgrund gefährlichen Überholens beziehungsweise überhöhter Geschwindigkeit, ein weiterer Motorradfahrer wurde von einer alkoholisierten Frau auf einer Autobahn angefahren. Drei weitere Pkw-Fahrer starben bei alleinbeteiligten Unfällen, nachdem sie von der Fahrbahn abkamen.
Die Zahl der Unfälle mit schweren Verletzungen sank deutlich von 109 auf 94 Fälle. Bei 765 Unfällen wurden Menschen leicht verletzt, im Vorjahr waren es noch 808. Insgesamt wurden 1.114 Personen bei Verkehrsunfällen verletzt – ein Rückgang um rund neun Prozent gegenüber den 1.261 Verletzten von 2024.
Auf den Autobahnen im Landkreis stieg die Unfallzahl von 1.155 auf 1.254. Dabei starben zwei Menschen, 14 Unfälle führten zu schweren Verletzungen (Vorjahr: 15) und 137 zu leichten Verletzungen – genau so viele wie im Vorjahr. Die Zahl der Fahrerflucht-Fälle sank leicht von 1.732 auf 1.696, die Aufklärungsquote lag mit rund 43 Prozent auf Vorjahresniveau.
Mangelnder Abstand war mit 605 Fällen die häufigste Unfallursache und stieg gegenüber 546 Fällen im Vorjahr deutlich an. Nicht angepasste Geschwindigkeit folgte mit 327 Fällen (2024: 360), Missachtung der Vorfahrt mit 249 Fällen (250) und Fehler beim Abbiegen mit 156 Fällen (166).
Alkoholeinfluss war in 107 Fällen die Unfallursache, nach 123 im Vorjahr. Drogen oder Medikamente spielten in vier Fällen eine Rolle, deutlich weniger als die zehn Fälle von 2024. Insgesamt leiteten die Beamten 281 Verfahren gegen alkoholisierte Fahrer ein (Vorjahr: 319) und stellten 151 Fälle von Fahrten unter Medikamenten- oder Drogeneinfluss fest (197).
„Die sinkenden Zahlen bei festgestellten Alkohol- und Drogenverstößen dürfen uns nicht darüber hinwegtäuschen, dass es in diesem Deliktsbereich eine sehr große Dunkelziffer gibt“, erklärte Polizeirätin Janine Mai, Leiterin Einsatz bei der Polizeiinspektion Harburg. „Neben Maßnahmen der Aufklärung und Prävention müssen wir weiterhin den Kontrolldruck hochhalten, um Menschen aus dem Verkehr zu ziehen, die sich und andere in Gefahr bringen.“
Bei Wildunfällen registrierte die Polizei 1.359 Fälle nach 1.371 im Vorjahr. Dabei wurden drei Menschen schwer verletzt (Vorjahr: einer) und sechs leicht (neun).
Junge Fahrer zwischen 18 und 24 Jahren waren an 1.070 Unfällen beteiligt und verursachten 793 davon – ähnliche Werte wie 2024 mit 1.041 beziehungsweise 820. Menschen ab 65 Jahren waren an 1.494 Unfällen beteiligt (1.581) und verursachten knapp 77 Prozent davon, verglichen mit 81 Prozent im Vorjahr. Über-75-Jährige waren an 761 Unfällen beteiligt (841) und verursachten 628 davon (712).
Radfahrer waren an 287 Unfällen beteiligt (284), wobei 21 schwer und 190 leicht verletzt wurden – leichte Verbesserungen gegenüber 24 Schwer- und 194 Leichtverletzte 2024. Bei Motorradfahrern stieg die Zahl der Todesopfer von einem auf drei, während zwölf schwer und 38 leicht verletzt wurden bei 78 Unfällen insgesamt (83). Unfälle mit E-Scootern nahmen von 44 auf 58 zu, wobei vier Personen schwer verletzt wurden (Vorjahr: keine) und 23 leicht (17).
„Die insgesamt rückläufige Zahl der Verkehrsunfälle und die gesunkene Zahl der Verletzten ist eine positive Entwicklung, aber im langfristigen Vergleich so noch nicht zu erkennen“, sagte Polizeihauptkommissar Frank Waldhaus, Sachbearbeiter Verkehr bei der Polizeiinspektion Harburg. „Dort, wo polizeiliche Maßnahmen helfen können, diesen Trend zu entwickeln, werden wir weiter präventiv und repressiv tätig bleiben.“