Mercedes-Benz zieht einen Einstieg in die Rüstungsproduktion in Betracht. Das erklärte Konzernchef Ola Källenius gegenüber dem „Wall Street Journal“. Voraussetzung für einen solchen Schritt sei jedoch, dass er „wirtschaftlich sinnvoll“ sei.
Källenius begründete die Überlegungen mit der veränderten Weltlage. Die Welt sei „unberechenbarer“ geworden, sagte der Mercedes-Chef. Europa müsse daher seine „Verteidigungsfähigkeit“ ausbauen. Sollte Mercedes-Benz dabei eine „positive Rolle“ spielen können, wäre das Unternehmen bereit dazu.
Der Anteil der Rüstungsgeschäfte würde im Vergleich zur Autoproduktion nur gering ausfallen, erläuterte Källenius. Dennoch könnte es eine wachsende Nische darstellen, die zum Geschäftsergebnis beitrage.
Mercedes-Benz wäre nicht der erste deutsche Autokonzern mit solchen Plänen. Volkswagen hatte bereits ähnliche Überlegungen angekündigt. Das Unternehmen will noch in diesem Jahr entscheiden, ob es in seinem Osnabrücker Werk militärische Transportfahrzeuge für die Rüstungsindustrie herstellen soll.
Die deutsche Autoindustrie steht unter Druck – unter anderem aufgrund wachsender internationaler Konkurrenz und der jüngsten Handelskonflikte. Gleichzeitig konnte die Rüstungsindustrie laut Zahlen des Friedensforschungsinstituts Sipri zuletzt neue Rekordumsätze einstreichen.