Top-Story der Woche
Rentenbeiträge steigen bis 2040 auf über 21 Prozent
Die Deutsche Rentenversicherung Bund rechnet mit einem stärkeren Anstieg der Rentenbeiträge als bisher prognostiziert. Nach internen Zahlen soll der Beitragssatz bereits 2028 von derzeit 18,6 Prozent auf 19,9 Prozent steigen. Für Durchschnittsverdiener bedeutet dies eine Mehrbelastung von rund 1.040 Euro pro Jahr gegenüber dem aktuellen Stand. Im Vergleich zu 2027 müssen Durchschnittsverdiener mit zusätzlichen Kosten von 510 Euro rechnen. Ursprünglich war für 2028 ein Anstieg auf 19,8 Prozent erwartet worden.
Bundespolitik
Deutschland scheiterte bei der Wahl um einen nicht-ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat. In der geheimen Abstimmung erhielt die Bundesrepublik nur 104 Stimmen und lag damit deutlich hinter Portugal mit 134 Stimmen und Österreich mit 131 Stimmen. Die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit lag bei 127 Stimmen. Bundeskanzler Friedrich Merz kündigte daraufhin eine erneute Bewerbung für die Periode 2035/36 an. In der Koalition entbrannte eine Debatte über die mögliche Abschaffung von Paragraf 188 des Strafgesetzbuches, der die Beleidigung von Politikern unter besonderen Schutz stellt. SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf zeigte sich offen für eine Streichung des Paragrafen, während die Union an der Regelung festhalten will.
Wirtschaft
Die Bundesagentur für Arbeit droht zum Jahresende ein Milliardendefizit von bis zu acht Milliarden Euro. Die Bundesregierung rechnet nach Berichten mehrerer Medien mit einem Defizit von über fünf Milliarden Euro. Die Zahl der Erwerbstätigen sank im ersten Quartal 2026 um 160.000 auf 45,64 Millionen, während die Stundenproduktivität um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal stieg. Die Struktur der Beschäftigung verschiebt sich weiter in Richtung Teilzeit.
Die Materialknappheit in der deutschen Industrie verschärfte sich im Mai. 15,9 Prozent der Industrieunternehmen meldeten Engpässe bei der Versorgung mit Vorprodukten, nach 13,8 Prozent im April. Besonders betroffen ist die Chemiebranche. Der deutsche Dienstleistungssektor verzeichnete im März einen preisbereinigten Umsatzrückgang von 1,4 Prozent gegenüber Februar.
Die Deutsche Bahn verzeichnete im Mai eine Pünktlichkeitsquote von 61,3 Prozent im Fernverkehr. Von Januar bis Mai waren im Schnitt 107 Fernzüge pro Tag von Ausfällen betroffen, was knapp elf Prozent aller ICEs und ICs entspricht. Im Vergleichszeitraum 2025 waren lediglich 57 Verbindungen ausgefallen. Nach der Wiedereröffnung der Bahnstrecke Hamburg-Berlin am 14. Juni werden ICE-Züge für die Fahrt zwischen den beiden Städten fünf bis zehn Minuten länger benötigen als ursprünglich geplant. Die Güterverkehrstochter DB Cargo muss ihr Ergebnis in diesem Jahr um 320 Millionen Euro verbessern, um EU-Beihilfen-Auflagen zu erfüllen. 6.200 Stellen stehen auf dem Prüfstand.
Sicherheit und Bundeswehr
Das Verteidigungsministerium plant eine Lockerung der Meldepflicht für Männer zwischen 18 und 45 Jahren bei längeren Auslandsreisen. Die Regelung soll künftig nur noch im Spannungs- und Verteidigungsfall gelten. Ein Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages kam zu dem Schluss, dass das Ministerium rechtswidrig gehandelt hatte, als es Teile des Wehrpflichtgesetzes per Verwaltungsvorschrift außer Kraft setzte. Die USA planen, zahlreiche militärische Fähigkeiten aus den Verteidigungsplanungen der Nato zu entfernen. Eine den Nato-Partnern übermittelte Liste sieht Kürzungen bei Tankflugzeugen, Kampfjets, Drohnen, Bomberverbänden und Marineeinheiten vor.
USA und Trump-Administration
US-Präsident Donald Trump verkündete einen Waffenstillstand zwischen Israel und der Hisbollah. Nach eigenen Angaben erzielte er die Einigung in einem Telefonat mit dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu. Israel habe zugestimmt, keine Truppen nach Beirut zu entsenden und bereits auf dem Weg befindliche Truppen zurückzuziehen. Die USA drohten 60 Volkswirtschaften neue Zölle in Höhe von 10 bis 12,5 Prozent an, darunter der Europäischen Union, dem Vereinigten Königreich, Kanada und Japan. Die US-Arbeitslosenquote verharrte im Mai bei 4,3 Prozent, während rund 172.000 neue Arbeitsplätze entstanden. Die US-Börsen verzeichneten am Freitag deutliche Verluste: Der Dow Jones büßte 1,4 Prozent ein, der S&P 500 verlor 2,6 Prozent und die Nasdaq stürzte um 4,8 Prozent ab.
Ukraine und Russland
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj schlug Russlands Staatschef Wladimir Putin in einem offenen Brief ein direktes Treffen vor. Als mögliche Veranstaltungsorte nannte er die Türkei, die Schweiz oder einen arabischen Staat. Gleichzeitig bot die Ukraine einen vollständigen Waffenstillstand für die Dauer von Friedensverhandlungen an. Putin wies den Vorschlag am Freitag beim St. Petersburger Wirtschaftsforum ab. Die Bundesregierung begrüßte Selenskyjs Gesprächsangebot. Bei massiven russischen Angriffen auf mehrere ukrainische Städte in der Nacht zum Dienstag starben mindestens neun Menschen. In Dnipro kamen fünf Personen ums Leben, in Kiew vier. Die Ukraine beschuldigte Russland, einen Drohnenangriff in der Nähe einer Lagerstätte für abgebrannten Kernbrennstoff unweit des stillgelegten Kernkraftwerks Tschernobyl durchgeführt zu haben. Die Ukraine plant, auch nach einem Ende des Kriegs mit Russland keine russischen Staatsbürger im Land zuzulassen.
Weitere internationale Ereignisse
Der Iran setzte die laufenden Friedensgespräche mit den USA aus und protestierte damit gegen die erneuten israelischen Angriffe im Libanon. Ein hochrangiger iranischer Berater machte ein mögliches Friedensabkommen von der Freigabe eingefrorener Vermögenswerte in Höhe von rund 24 Milliarden Dollar abhängig. Die USA griffen nach versuchten iranischen Drohnen- und Raketenattacken eine iranische Insel in der Nähe der Straße von Hormus an. Die Europäische Union gab grünes Licht für die Einrichtung von Rückkehrzentren in Drittstaaten, um Abschiebungen zu erleichtern. Die EU-Kommission meldete einen Rückgang der illegalen Migration in die EU um 55 Prozent in den vergangenen zwei Jahren. Die Inflation im Euroraum stieg im Mai auf 3,2 Prozent, nachdem sie im April noch bei 3,0 Prozent gelegen hatte. Energie verteuerte sich um 10,9 Prozent. Die Weltorganisation für Meteorologie rechnet mit der Rückkehr des Wetterphänomens El Nino bereits in diesem Sommer mit einer Wahrscheinlichkeit von 80 Prozent.
Polizeimeldungen der Woche
In mehreren deutschen Städten ereigneten sich Messerangriffe: In Wuppertal stach ein Mann einem 42-Jährigen in den Hals, in Essen wurde ein 33-Jähriger schwerstverletzt, in Sinsheim schwebte ein 40-Jähriger nach einem Angriff in Lebensgefahr. In Nordhausen verletzte ein 23-Jähriger einen 27-Jährigen mit einer Stichwaffe und kam in Untersuchungshaft. In Peine verletzte ein 14-Jähriger einen 17-Jährigen mit einem Messer. In Hanau wurde ein 21-Jähriger bei einer Messerattacke verletzt, drei Täter sind flüchtig. Bei Gewalt gegen Frauen registrierte die Polizei mehrere Vorfälle: In Marsberg verunglückte eine Frau nach Sabotage am Auto durch gelöste Radschrauben, in Berlin wurde eine Frau rassistisch beleidigt und attackiert, in Biebergemünd wurde eine vermisste Frau tot in einem Teich gefunden.
In Bielefeld verurteilte das Düsseldorfer Oberlandesgericht einen 36-jährigen Syrer wegen des Messerangriffs zu lebenslanger Haft. Das Gericht sprach ihn des vierfachen versuchten Mordes, der gefährlichen Körperverletzung und der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung schuldig. Bei einem Terroranschlag im israelischen Sharon-Gebiet forderte ein Angriff ein Todesopfer und mindestens fünf Verletzte. Der Täter, ein arabischer Israeli, wurde getötet.
Timmy der Wal
Timmy der Wal ist seit Mitte April vor der niedersächsischen Nordseeküste gestrandet. Die Rettungsversuche laufen weiterhin, der Wal ist am gleichen Ort, sein Zustand wird täglich beobachtet.
Kultur und Sport
Bei der Formel 1 in Monaco holte Andrea Kimi Antonelli die Pole-Position. Der Mercedes-Pilot setzte sich im Qualifying mit einer Rundenzeit von 1:12.051 Minuten gegen Max Verstappen und Lewis Hamilton durch. Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft gewann ihr letztes Testspiel vor der WM mit 2:1 gegen die USA. Kai Havertz brachte die DFB-Elf bereits in der zweiten Minute in Führung, Leroy Sané erzielte den zweiten Treffer. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sprach sich nun für Olympische Spiele 2036 in Deutschland aus, nachdem er zuvor historische Bedenken wegen der Spiele 100 Jahre nach den Olympischen Spielen unter Adolf Hitler geäußert hatte.
Weitere Stories der Woche
Die Zahl der Asylanträge in Deutschland sank im Mai auf den niedrigsten Wert für diesen Monat seit 2013. Es wurden bundesweit 5.566 Asylanträge gestellt, ein Rückgang um 60 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Die Nettozuwanderung nach Deutschland fiel 2025 um 45 Prozent auf 235.000 Personen. Die Zahl der Einbürgerungen stieg 2025 auf einen neuen Höchststand von 332.500 Personen. Deutschland verzeichnete 2025 einen neuen Rekord bei politisch motivierter Kriminalität mit mindestens 85.000 Fällen. Bei einem Hotelbrand in Neu-Delhi kamen mindestens 21 Menschen ums Leben, unter den Opfern befanden sich auch Ausländer. Eine Boeing 787-9 der Lufthansa fiel am Frankfurter Flughafen auf die Nase, nachdem das vordere Fahrgestell nachgab. Die Mehrheit der deutschen Unternehmen setzt inzwischen Künstliche Intelligenz ein: 54,5 Prozent nutzen KI-Anwendungen, nach 41 Prozent im Vorjahr.