München: Brandstiftungen, Polizeiattacke und Callcenterbetrug – Mehrere Festnahmen

(Symbolbild)

In München haben Polizei und Feuerwehr in den vergangenen Tagen mehrere schwere Straftaten aufklären müssen. Zu den schwersten Vorfällen zählten eine versuchte schwere Brandstiftung in Sendling sowie ein Angriff auf Polizisten in Sendling-Westpark, bei dem zwei Beamte verletzt wurden.

Am Donnerstagmorgen gegen 3.10 Uhr brannte die Fassade eines Mehrfamilienhauses in der Karwendelstraße in Sendling. Die Feuerwehr evakuierte alle Bewohner und löschte den Brand. Nach ersten Ermittlungen gerieten zunächst Gartenmöbel auf einer Terrasse in Brand, dann griff das Feuer auf die Hausfassade über. Der Sachschaden liegt bei mehreren zehntausend Euro. Die Polizei geht von vorsätzlicher Brandstiftung aus. Das Kommissariat 13 ermittelt und sucht Zeugen.

Bereits am Mittwoch gegen 12.05 Uhr attackierte ein 24-jähriger Deutscher in seiner Wohnung in Sendling-Westpark mehrere Polizisten mit Faustschlägen. Die Beamten waren alarmiert worden, weil der Mann in der Wohnung randalierte. Bei der körperlichen Auseinandersetzung wurden zwei Polizisten durch Prellungen leicht verletzt, bleiben aber dienstfähig. Der 24-Jährige wurde überwältigt, gefesselt und zur Polizeiinspektion gebracht. Aufgrund seines auffälligen psychischen Verhaltens wurde er in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht. Eine Blutprobe wurde angeordnet.

In der Ludwigsvorstadt nahm die Polizei am Donnerstag gegen 2.10 Uhr einen 28-jährigen Somalier ohne festen Wohnsitz fest, der versucht hatte, eine Ampel anzuzünden. Ein Passant beobachtete, wie der Mann an der Kreuzung Schillerstraße/Schwanthalerstraße die Plastikverkleidung einer Ampel herunter riss, Plastikmüll in den Kabelkanal stopfte und anzündete. Die Feuerwehr löschte den Brand. Die Kabel wurden beschädigt, die Ampel blieb aber funktionsfähig. Der alkoholisierte Mann wurde angezeigt und kam in Gewahrsam.

Bei einer spektakulären Verfolgungsjagd in der Nacht zum Donnerstag entzog sich ein 18-jähriger Kroate aus München einer Polizeikontrolle. Mit seinem Audi raste er mit weit über 100 km/h durch Freimann, die Parkstadt Schwabing und Milbertshofen und gefährdete dabei andere Verkehrsteilnehmer. In der Lyonel-Feininger-Straße kam das Auto von der Fahrbahn ab, prallte gegen einen Metallbügel und wurde stark beschädigt. Der Fahrer und ein Mitfahrer flüchteten zunächst zu Fuß, wurden aber gefasst. Bei dem 18-Jährigen fanden die Polizisten Betäubungsmittel. Er besitzt keinen Führerschein und stand unter Drogeneinfluss. Eine Blutprobe wurde angeordnet. Der Wagen wurde sichergestellt.

Callcenterbetrüger ergaunerten am Mittwoch mehrere zehntausend Euro von einer über 90-jährigen Münchnerin. Eine Anruferin behauptete, der Neffe der Seniorin habe einen tödlichen Unfall verursacht und müsse 60.000 Euro Kaution zahlen, um einer Haftstrafe zu entgehen. Die über 90-Jährige übergab daraufhin vor einer Sparkasse in der Johann-Clanze-Straße eine Stofftasche mit dem Geld an einen unbekannten Mann. Eine Passantin alarmierte die Polizei. Der Täter flüchtete mit einem blauen Opel Astra. Er wird als etwa 30 Jahre alt, schlank und südeuropäisch aussehend beschrieben, trug eine Brille und hatte ein Nackentattoo.

In Schwabing fielen zwei falsche Polizisten auf einen Trickdiebstahl herein. Am Mittwoch zwischen 16.00 und 16.35 Uhr gaben sich die Männer bei einer über 90-Jährigen als Polizeibeamte aus und behaupteten, nach einem Diebstahl im Nachbargebäude müssten sie ihren Schmuck zur Verwahrung mitnehmen. Die Seniorin übergab Schmuck im Wert von mehreren tausend Euro. Ein misstrauischer Nachbar alarmierte die echte Polizei. Die etwa 40 Jahre alten Täter mit mitteleuropäischem Erscheinungsbild sprachen bayerischen Dialekt.

Außerdem stellte die Polizei in Au-Haidhausen einen Brandanschlag auf eine Tiefgarage fest. Am Dienstag gegen 18.50 Uhr entdeckte ein 54-jähriger Chilene brennende Kleidung und später einen weiteren kleinen Brand. Die Feuerwehr löschte die Feuer. Die Polizisten fanden politisch motivierte Schmierschriften. Das Kriminalfachdezernat 4 ermittelt wegen des Verdachts auf Brandstiftung und politisch motivierte Sachbeschädigung.

In Milbertshofen nahm die Polizei einen 38-jährigen Deutschen fest, der sich mehrfach vor einer 23-Jährigen exhibitioniert hatte. Die Frau aus dem Landkreis Augsburg hatte den Mann bereits am 7. Mai und erneut am Mittwoch dabei beobachtet, wie er am Fenster seiner Wohnung sexuelle Handlungen an sich vornahm und dabei Blickkontakt zu ihr hielt.

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