Am Wochenende hat die Bundespolizei München mehrere Personen vorläufig festgenommen. Zwei Deutsche wurden am Hauptbahnhof beim Diebstahl aus einem ICE erwischt, an der Hackerbrücke eskalierte eine Auseinandersetzung zwischen drei Männern.
Am Samstagmorgen gegen 4:40 Uhr meldete eine Zugbegleiterin einen versuchten Diebstahl im ICE 822 am Hauptbahnhof. Eine 43-jährige Niederländerin hatte ihren Rucksack und ihre Tasche auf dem Sitzplatz abgelegt und war kurz ausgestiegen, um sich von ihrem Partner zu verabschieden. Diese Gelegenheit nutzten zwei Deutsche im Alter von 39 und 47 Jahren und nahmen den Rucksack an sich.
Als die Männer den Zug verließen, erkannte die Niederländerin ihren Rucksack auf dem Rücken des 39-Jährigen. Sie und ihr Partner standen zufällig an derselben Zugtür wie die beiden Täter. Die Frau verfolgte die Männer und holte sich ihr Eigentum zurück. Eine Zugbegleiterin, die den Vorfall beobachtete, informierte die Bundespolizei, die die beiden Deutschen vorläufig festnahm.
In dem Rucksack befanden sich Kosmetikartikel, Kleidung, Elektronikartikel und Bargeld. Atemalkoholtests verliefen bei beiden negativ. Die Männer waren bereits mehrfach wegen Betäubungsmittel-, Waffen- und Gewaltdelikten polizeilich aufgefallen. Die Bundespolizei ermittelt gegen sie wegen versuchten Diebstahls.
Am frühen Sonntagmorgen gegen 5:40 Uhr kam es am S-Bahnhalt Hackerbrücke zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen drei Männern – zwei syrischen Staatsangehörigen im Alter von 21 und 28 Jahren sowie einem 20-jährigen Staatenlosen. Die drei hatten sich zuvor in einer nahegelegenen Diskothek getroffen, wo bereits eine Auseinandersetzung stattgefunden hatte.
Als sie am Bahnsteig erneut aufeinandertrafen, setzten sie ihre Auseinandersetzung fort und schlugen sich gegenseitig. Nach dem Eintreffen mehrerer Bundespolizeistreifen versuchten der 20-Jährige und der 21-Jährige zu fliehen. Dem 20-Jährigen gelang die Flucht, eine Streife konnte jedoch den 21-Jährigen einholen und vorläufig festnehmen.
Der Heranwachsende wehrte sich heftig gegen die Festnahme und schlug einem Beamten ins Gesicht. Der Bundespolizist wurde leicht verletzt, blieb aber dienstfähig. Auch den weiteren polizeilichen Maßnahmen widersetzte sich der 21-Jährige. Ein Atemalkoholtest ergab bei ihm einen Wert von 0,74 Promille. Die Staatsanwaltschaft München I ordnete eine Blutentnahme an. Anschließend wurde er aus den polizeilichen Maßnahmen entlassen.
Auch der 28-Jährige wurde zur Dienststelle gebracht, konnte diese aber später wieder verlassen. Die Identität des geflüchteten 20-Jährigen konnte Bei den ersten Ermittlungen festgestellt werden. Die Bundespolizei ermittelt gegen alle drei Männer wegen Körperverletzung und gegen den 21-Jährigen zusätzlich wegen tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte.
Die Bundespolizei weist ausdrücklich darauf hin, Reisegepäck und persönliche Gegenstände im Zug niemals unbeaufsichtigt zu lassen.