In München kam es innerhalb von drei Tagen zu mehreren staatsschutzrelevanten Delikten mit Nazi-Bezug sowie zu drei schweren Verkehrsunfällen mit mehreren Verletzten.
Bei den Staatsschutzfällen wurden drei Männer wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen angezeigt. Am Mittwochabend gegen 22:30 Uhr beleidigte ein 43-Jähriger aus dem Landkreis Freising am Gärtnerplatz einen 20-jährigen Münchner rassistisch und zeigte eine Nazi-Geste. Ein Passant alarmierte die Polizei, die den Mann aus Freising vor Ort festnahm. Er wurde zusätzlich wegen Volksverhetzung angezeigt und nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen.
Bereits am Mittwochabend gegen 18:30 Uhr hatten Polizisten im Bereich des israelischen Generalkonsulates in der Maxvorstadt einen 31-jährigen Iraner beobachtet, der eine Nazi-Geste zeigte. Er wurde festgenommen und nach den polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen.
Am Dienstag gegen 18:40 Uhr entdeckte eine Polizeistreife in der Windschutzscheibe eines parkenden Autos in der Schwanthalerstraße einen Orden mit Nazi-Bezug. Der Orden wurde beschlagnahmt, der 29-jährige Fahrzeugnutzer aus Mönchengladbach angezeigt. Das Kriminalfachdezernat 4 der Münchner Kriminalpolizei führt in allen drei Fällen die Ermittlungen.
In Milbertshofen-Am Hart brachen zwischen Mittwoch, 18:00 Uhr, und Freitag, 6:45 Uhr, unbekannte Täter in ein Büro ein. Sie öffneten gewaltsam ein Fenster, durchsuchten mehrere Räume und brachen einen Möbeltresor auf, aus dem sie Bargeld stahlen. Die Münchner Kriminalpolizei führte umfangreiche Spurensicherungsmaßnahmen durch. Das Kommissariat 52 ermittelt und bittet um Hinweise von Zeugen, die im Bereich Anton-Ditt-Bogen und Hufelandstraße etwas beobachtet haben.
In Hadern eskalierte am Freitagmittag gegen 14:30 Uhr ein Streit um einen falsch geparkten Wagen. Ein 26-jähriger Türke hatte sein Auto auf einem Gehweg vor einem Wohnhaus abgestellt. Als ein 56-jähriger Bewohner und eine 50-jährige Frau ihn darauf ansprachen, entwickelte sich ein verbaler Streit. Der 56-Jährige bedrohte den jungen Mann, zog eine Luftdruckpistole und richtete sie in die Luft. Der 26-Jährige packte ihn daraufhin an den Handgelenken, worauf der Deutsche die Waffe der Frau gab, die damit in die Wohnung ging. Ein 23-jähriger Angehöriger des 56-Jährigen kam aus dem Haus und bedrohte den Türken ebenfalls. Zeugen alarmierten die Polizei, die aufgrund der gemeldeten Bedrohung mit einer Schusswaffe eine Vielzahl von Streifen schickte. Bei der Durchsuchung der Wohnung fanden die Polizisten die Luftdruckwaffe sowie drei weitere Schreckschusswaffen mit Munition, die sichergestellt wurden. Der 56-Jährige und der 23-Jährige wurden wegen Bedrohung angezeigt. Das Kriminalfachdezernat 2 ermittelt.
Am Samstagmorgen gegen 10:40 Uhr ereignete sich in der Murnauer Straße ein schwerer Verkehrsunfall mit zwei Verletzten. Ein 29-jähriger Autofahrer aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck fuhr mit seinem Mercedes frontal gegen einen VW, der an einer roten Ampel wartete. Der VW wurde dabei auf einen davor stehenden Volvo geschoben. Der Mercedes-Fahrer und der VW-Fahrer wurden verletzt und vom Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht. Der Volvo-Fahrer, ein 55-jähriger Münchner, blieb unverletzt. Es entstand ein Sachschaden von mehreren zehntausend Euro. Die Murnauer Straße musste für etwa eine Stunde gesperrt werden. Der 29-Jährige wurde wegen fahrlässiger Körperverletzung angezeigt.
Am Samstagabend gegen 17:50 Uhr kollidierten an der Kreuzung Thalkirchner Straße/Tumblingerstraße ein Mercedes und ein Audi frontal. Ein 21-jähriger Hamburger fuhr mit dem Mercedes auf der Thalkirchner Straße, während ein 42-jähriger Türke aus Baden-Württemberg mit dem Audi von der Tumblingerstraße in die Thalkirchner Straße einbog. Nach dem aktuellen Ermittlungsstand hatte der Türke Grün, der junge Mann aus Hamburg fuhr bei Rot in die Kreuzung. Beide Fahrer wurden verletzt, der 21-Jährige musste ins Krankenhaus. Beide Autos mussten abgeschleppt werden, die Feuerwehr reinigte die Fahrbahn wegen auslaufender Betriebsstoffe. Der Gesamtschaden liegt bei über 50.000 Euro. Bei dem Hamburger ergaben sich Hinweise auf Drogenkonsum, eine Blutentnahme wurde durchgeführt. Er wurde wegen Gefährdung des Straßenverkehrs und fahrlässiger Körperverletzung angezeigt.
In der Nacht zum Freitag gegen 0:35 Uhr kam ein 22-jähriger Münchner mit seinem Tesla von der Fahrbahn ab. Er wollte von der Rablstraße in die Hochstraße abbiegen, fuhr dabei über den Gehweg in eine Böschung und prallte gegen einen Baum. Eine Zeugin alarmierte den Notruf. Der junge Mann wurde leicht verletzt und vor Ort ambulant behandelt, seine drei Mitfahrer blieben unverletzt. Der Tesla wurde stark beschädigt (Sachschaden mehrere zehntausend Euro), auch eine Straßenlaterne, ein Geländer, ein Straßenschild und ein Baum wurden beschädigt. Bei der Unfallaufnahme stellte sich heraus, dass der 22-Jährige keine gültige Fahrerlaubnis hatte und unter Drogeneinfluss stand. Eine Blutentnahme wurde durchgeführt. Er wurde wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und Gefährdung des Straßenverkehrs angezeigt.
Das Polizeipräsidium München bietet einen kostenlosen Sicherheitskurs für Senioren an. Der nächste Termin findet am Donnerstag, 11. Juni 2026, in der Tegernseer Landstraße 210 statt. Das Training richtet sich an Radfahrer, Fußgänger und Autofahrer ab 65 Jahren und wird durch Kriminalprävention ergänzt. Anmeldungen unter 089/6216-3616 oder verkehrserziehung.muenchen@polizei.bayern.de.