Bei mehreren politischen Versammlungen in Nürnberg sind am Montagabend etwa 270 Menschen auf die Straße gegangen. Die Polizei musste die unterschiedlichen Lager voneinander trennen und mehrere Blockadeaktionen auflösen.
Ab 18:30 Uhr versammelten sich rund 70 Personen unter dem Motto „Für Wahrheit und Gerechtigkeit – Gegen ideologiegetriebene Rechtsprechung“ am Hallplatz. Gleichzeitig formierten sich etwa 200 Personen zu mehreren Gegenprotesten. Um ein direktes Aufeinandertreffen zu verhindern, stellten die Beamten Sperrgitter auf.
Eine Stunde später setzten sich sowohl die ursprüngliche Versammlung als auch zwei Gegenversammlungen als Aufzüge durch die Innenstadt in Bewegung. In der Karolinenstraße und an der Fleischbrücke legten sich Gegendemonstranten auf den Boden und blockierten den Weg vollständig. Die Polizei bewertete dieses Verhalten als Versammlung und forderte die Teilnehmer mehrfach über Lautsprecher auf, die Straße freizumachen. Als diese den Aufforderungen nicht nachkamen, trugen die Beamten sie zur Seite und leiteten Ermittlungen ein.
Weitere Teilnehmer des Gegenprotests versuchten den Aufzug in der Königsstraße zu blockieren, indem sie sich ebenfalls auf dem Boden niederließen. Diese Blockade konnte jedoch umlaufen werden.
Gegen 21:00 Uhr erklärten die jeweiligen Versammlungsleiter die Proteste für beendet. Die Nürnberger Kriminalpolizei prüft nun, ob Verstöße im Zusammenhang mit dem Versammlungsgeschehen vorliegen und übernimmt die Ermittlungen möglicher Straftaten.
Im Einsatz waren Kräfte der Polizeiinspektion Nürnberg-Mitte, der Polizeiinspektion Zentrale Einsatzdienste Mittelfranken, der Bayerischen Bereitschaftspolizei, der Nürnberger Verkehrspolizei sowie der Kriminalpolizei Nürnberg.