Die Polizei Lüneburg warnt mit Beginn des Frühjahrs eindringlich vor dubiosen reisenden Gartenarbeitern und unseriösen Handwerksfirmen. Aktueller Anlass ist ein Betrugsfall in Uelzen, bei dem eine Seniorin um einen vierstelligen Bargeldbetrag gebracht wurde.
Die Frau aus Uelzen reagierte am 4. Mai auf eine Kleinanzeige einer vermeintlichen Firma für Bau- und Gartenservice. Nach einem telefonischen Vor-Ort-Termin werkelten die dubiosen Mitarbeiter am 4. und 5. Mai in ihrem Garten – jedoch sehr mangelhaft. Die Arbeiten ließen sich die Männer mit einem vierstelligen Bargeldbetrag bezahlen. Bei einer Geldabhebung sensibilisierten aufmerksame Mitarbeiter einer Uelzener Bank die Seniorin, sodass die Polizei die dubiosen Gartenarbeiter kontrollieren konnte. Entsprechende Strafverfahren wurden eingeleitet.
Überprüfungen der Kontaktdaten und -adressen in regionalen Zeitungen ergaben, dass die beworbenen Firmen zum Teil unter den angegebenen Adressen nicht existent oder gemeldet sind. Die Betrüger bieten ihre Arbeiten wie Dacharbeiten, Klempnerei, Terrassen- und Steinreinigungsarbeiten sowie Betonarbeiten spontan vor Ort für Schnäppchenpreise an.
In den letzten Tagen meldeten sich mehrere Grundstücksbesitzer aus der Region bei der Polizei, da bei ihnen entsprechende reisende Handwerker unaufgefordert erschienen waren. Typisch für das Vorgehen der Betrüger: Sie entladen überfallartig ihren Pritschenwagen mit auswärtigem Kennzeichen ohne Firmenlogo, beginnen an allen Ecken des Gartens zu arbeiten und beenden plötzlich die Arbeiten mit der Begründung, Material fehle. Dabei laden sie auch die eigenen Gartengeräte des Auftraggebers ein und kommen nicht wieder.
Die Polizei warnt besonders vor Haustürgeschäften und rät, auch bei Angeboten auf Hochglanz-Flyern von angeblichen regionalen Firmen die Firmenanschrift im Internet zu überprüfen. Oftmals gibt es die angegebene Firma gar nicht, und regionale Telefonnummern werden auf Nummern außerhalb Niedersachsens weitergeleitet.
Eigenheimbesitzer sollten jegliche Angebote von Wanderarbeitern ablehnen, die spontane Bauarbeiten auf dem Grundstück anbieten. Tatsächlich sofort angefangene Arbeiten dienen nur als Täuschung und werden oftmals nicht beendet oder unsachgemäß ausgeführt. Die Polizei empfiehlt, sich schriftliche Angebote geben zu lassen, Vergleichsangebote einzuholen, niemals Vorkasse zu leisten und sich Personalien des Anbieters sowie das Kennzeichen des Fahrzeugs zu notieren.
Bei verdächtigen reisenden Handwerkern können sich Bürger an die örtliche Polizei wenden oder im Notfall die 110 wählen.