Bei einer groß angelegten Schwerpunktkontrolle am Hauptbahnhof Hannover haben Polizei und Bundespolizei am Freitag über 500 Personen durchsucht und dabei sechs Messer sowie verschiedene Drogen sichergestellt. Der sechsstündige Einsatz wurde durch den Städtischen Ordnungsdienst und Mitarbeiter der DB Sicherheit verstärkt.
Im Fokus der Kontrollen standen Gegenstände, die unter die Verordnung der Waffenverbotszone fallen. Bei den Durchsuchungen fanden die Beamten unter anderem 25 und 30 Gramm Marihuana bei zwei Jugendlichen. Ein Mann leistete erheblichen Widerstand, als die Polizisten ein bei ihm gefundenes Messer beschlagnahmen wollten. Er verweigerte die Herausgabe und musste unter Anwendung von Zwangsmaßnahmen am Boden fixiert werden. Das Messer konnte verletzungsfrei abgenommen werden, der Mann kam in Polizeigewahrsam.
Insgesamt verzeichnete die Polizei acht Sicherstellungen – sechs Messer und in zwei Fällen Drogen. Zehn Platzverweise wurden ausgesprochen. Gegen diverse Personen wurden mehrere Ermittlungsverfahren wegen Widerstand, Beleidigung, Bedrohung, Diebstahl, Körperverletzung und Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz eingeleitet.
Am späten Abend weitete die Polizei die Kontrollen auf die gesamte Innenstadt aus. Dabei konnten mehrere Drogengeschäfte beobachtet werden, teilweise sprachen mutmaßliche Dealer die zivilen Polizisten direkt an, um ihnen Drogen zu verkaufen. Verschiedene Betäubungsmittel wie Marihuana, Kokain und Crack wurden beschlagnahmt.
Bei der Verkehrsüberwachung stellten die Beamten diverse Verstöße fest und leiteten zwei Dutzend Verfahren wegen Verkehrsordnungswidrigkeiten ein – darunter wegen unnötigen Lärms und unerlaubter baulicher Veränderungen an Fahrzeugen. Einem Autofahrer wurde die Weiterfahrt untersagt, nachdem er sein Fahrzeug in der Fahrbahnmitte steuerte und angab, aufgrund einer Verletzung das Auto nicht richtig lenken zu können.
In der Innenstadt sprachen die Polizisten mehrfach Personen an, die unter Drogen- oder Alkoholeinfluss durch Pöbeleien, Beleidigungen oder aggressives Verhalten auffielen. Mehrere Platzverweise wurden ausgesprochen. Gegen eine kontrollierte Person lag ein offener Haftbefehl vor – nach Zahlung des haftbefreienden Geldbetrags konnte der Mann gehen. Bei den Innenstadtkontrollen wurden weitere 100 Personen durchsucht, fast 30 Platzverweise ausgesprochen und gegen eine Person wegen Drogenhandelverdachts ein beschleunigtes Verfahren eingeleitet.
Die Kontrollen bildeten den Abschluss einer gesamten Woche zum Thema Sicherheit, in der die Polizeidirektion Hannover gemeinsam mit Bundespolizei und Landeshauptstadt verschiedene Schwerpunktkontrollen durchgeführt hatte. „Waffen haben im öffentlichen Raum und erst recht in Bussen und Bahnen absolut nichts verloren“, erklärte Polizeivizepräsident Stefan Sengel. „Wir werden keine rechtsfreien Räume dulden – weder auf den Bahnsteigen noch in der Fußgängerzone.“