US-Außenminister Marco Rubio hat Kritik an geplanten Truppenverlegungen in Europa zurückgewiesen und betont, dass diese nicht als Bestrafung der NATO-Verbündeten zu verstehen seien. Bei einem Treffen der NATO-Außenminister im schwedischen Helsingborg erklärte Rubio, die Stationierung von Truppen sei „keine Bestrafung, sondern einfach ein fortlaufender Prozess“. Die USA hätten globale Verpflichtungen, die eine ständige Überprüfung der Truppenstandorte erforderten.
Die Vereinigten Staaten planen seit längerer Zeit, ihren strategischen Fokus stärker auf den Indopazifik zu richten und in diesem Zusammenhang Truppen aus Europa abzuziehen. Kanada und die europäischen NATO-Länder sollen aus US-Sicht mehr Anteile an der Verteidigung des Bündnisgebiets übernehmen. Allerdings gab es zuletzt widersprüchliche Ankündigungen aus Washington zu den Truppenverlegungen, die von Drohungen des US-Präsidenten Donald Trump begleitet wurden.
Anfang Mai hatte das US-Verteidigungsministerium angekündigt, 5.000 Soldaten aus Deutschland abzuziehen. Trump hatte zuvor kritisiert, dass sich andere NATO-Länder nicht ausreichend an der Sicherung der Straße von Hormus beteiligten. Zudem drohte er Italien und Spanien mit dem Abzug von Truppen, da diese dem US-Militär die Nutzung von Stützpunkten für Angriffe im Iran-Krieg untersagt hatten. Am Donnerstag kündigte Trump an, 5.000 zusätzliche Soldaten nach Polen zu entsenden, was er mit seinem guten Verhältnis zu Polens Präsidenten Karol Nawrocki begründete.