Eine Seniorin aus Bielefeld ist am Montag, 20. April 2026, Opfer eines Schockanrufs geworden. Die ältere Dame übergab einem unbekannten Betrüger in ihrer Wohnung am Oberntorwall mehrere Silbermünzen, da sie glaubte, für ihre Tochter eine Kaution von 100.000 Euro hinterlegen zu müssen.
Gegen 10:30 Uhr erhielt die Bielefelderin den ersten Anruf. Eine Frau meldete sich bei ihr und gab sich als ihre Tochter aus. Mit weinerlicher und aufgebrachter Stimme behauptete sie, einen Unfall verursacht zu haben.
Anschließend übernahm ein Mann das Gespräch, der sich als Anwalt der Tochter ausgab. Er schilderte den angeblichen Unfallhergang: Die Tochter sei mit dem Fahrzeug über eine rote Ampel gefahren. Bei dem Zusammenstoß mit einem anderen Fahrzeug seien sowohl die Fahrerin als auch ihre kleine Tochter ums Leben gekommen. Die Unfallverursacherin müsse nun 100.000 Euro Kaution bezahlen, um nicht in Untersuchungshaft zu gehen.
In einem weiteren Anruf gab sich eine ältere Frau als Staatsanwältin aus und redete ebenfalls auf die Seniorin ein. Sie verbot der Bielefelderin, Kontakt mit anderen Personen aufzunehmen. Schließlich willigte die ältere Dame in die Übergabe von Wertgegenständen ein.
Gegen 12:30 Uhr meldete sich die angebliche Staatsanwältin erneut, als der Abholer bereits vor der Tür stand. Die Bielefelderin führte ihn in ihre Wohnung und übergab mehrere Silbermünzen. Während der gesamten Übergabe blieb die Staatsanwältin am Telefon und redete weiter auf die Seniorin ein. Nach der Übergabe verließ der Abholer sofort das Gebäude am Oberntorwall zwischen der Notpfortenstraße und dem Jahnplatz.
Erst später erkannte die Bielefelderin den Betrug und verständigte die Polizei. Der gesuchte Abholer war etwa 1,80 Meter groß und zwischen 50 und 60 Jahre alt. Er hatte eine hagere Figur, ein ungepflegtes Erscheinungsbild und dunkelbraune, nach hinten gekämmte Haare. Er trug einen braunen Mantel und eine schwarze Hose und soll südeuropäisch ausgesehen haben. Die Münzen verstaute er in einem hellgrau-schwarzen Trolley der Marke Reisenthel.
Das Kriminalkommissariat 15 bittet unter der Telefonnummer 0521/545-0 um Hinweise zu dem Täter.