Ein 83-jähriger Wilhelmshavener durchschaute am Dienstagnachmittag einen Schockanruf und ermöglichte der Polizei die Festnahme eines mutmaßlichen Geldabholers in Heppens. Der Senior hatte zuvor Bargeld an einen Betrüger übergeben.
Nach Angaben der Polizei erhielt der Mann einen Anruf von einem angeblichen Chefarzt eines örtlichen Krankenhauses. Der Anrufer behauptete, eine nahe Angehörige des 83-Jährigen befinde sich aufgrund akuter gesundheitlicher Probleme in ärztlicher Behandlung. Für ein dringend benötigtes Medikament müsse sofort Bargeld bereitgestellt werden. Eine spätere Erstattung durch die Krankenkasse wurde in Aussicht gestellt.
Unter dem Eindruck der geschilderten Notlage übergab der Geschädigte an seiner Wohnanschrift Bargeld an einen entsandten Boten. Kurz nach der Übergabe bemerkte der Senior jedoch den Betrug, als er zufällig genau jene Angehörige antraf, die sich angeblich in Lebensgefahr befinden sollte. Der Mann alarmierte umgehend die Polizei.
Bei sofort eingeleiteten Fahndungsmaßnahmen konnten Polizistinnen und Polizisten aus Wilhelmshaven den mutmaßlichen Geldabholer noch in der Nähe des Tatorts vorläufig festnehmen. Das übergebene Bargeld wurde sichergestellt. Die Ermittlungen dauern noch an.
Die Polizei Wilhelmshaven nimmt diesen Fall zum Anlass, erneut vor Schockanrufen und insbesondere vor der sogenannten „Chefarzt-Legende“ zu warnen. Krankenhäuser, Ärzte oder Behörden fordern niemals telefonisch Bargeld oder Wertgegenstände für medizinische Behandlungen oder Medikamente.
Die Beamten raten: Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen, beenden Sie das Gespräch und kontaktieren Sie Angehörige selbstständig unter bekannten Rufnummern. Geben Sie keine Auskünfte über Bargeld, Wertgegenstände oder persönliche Vermögensverhältnisse. Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen an unbekannte Personen. Bei verdächtigen Anrufen sollten Betroffene umgehend die Polizei über den Notruf 110 verständigen.
Die Polizei appelliert insbesondere an Angehörige, mit älteren Familienmitgliedern sowie Nachbarn über diese Betrugsmaschen zu sprechen und sie entsprechend zu sensibilisieren.